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    <title>Gsallbahdr Zwei - Unreine Fiktion</title>
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    <description>Das Wort zum Alltag von DrNI</description>
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    <pubDate>Fri, 06 Jan 2012 12:34:00 GMT</pubDate>

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        <title>RSS: Gsallbahdr Zwei - Unreine Fiktion - Das Wort zum Alltag von DrNI</title>
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    <title>Regen</title>
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            <category>Unreine Fiktion</category>
    
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    Und der Regen hört einfach nicht auf. Wir sind unterwegs und unterwegs und ich warte auf den Moment, ab dem die Jacke nichts mehr halten wird. Der Regen ist gut, sagst du, denn ohne Regen wächst nichts. Wir brauchen ihn. Und ich spüre, wie der Punkt gekommen ist; das Wasser ist auf der Haut und ich sage: Jaja, aber die Kälte, diese Kälte, was wenn ich es nicht schaffe? Auf Regen folgt Sonnenschein sagst du, stürzt dich in Plattitüden, die dich retten sollen, aber retten sie auch uns? Lass uns nach Hause gehen und vögeln, sage ich. Du willst lieber fliegen, meinst du, und unser Haus ist sowieso kaputt. Dann muss ich hier eben erfrieren, denke ich und schweige. 
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    <pubDate>Fri, 06 Jan 2012 13:34:00 +0100</pubDate>
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    <title>Schwarz geht immer</title>
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            <category>Unreine Fiktion</category>
    
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    »Passt das zusammen,« fragte sie und wollte wohl wirklich eine Antwort wissen. Immerhin, es war erst die zweite Garnitur, die sie sich drehend und wendend vor dem Spiegel an sich anschaute. Er wusste, dass das die zweitschwierigste Frage der Welt war, die einem eine Frau stellen konnte. Die schwierigste lautete: »Bin ich zu dick?« Die hatte sie ihm bisher erspart. »Hmm?« hakte sie nach, mit einem ganz extra stimmhaften »mmm«, das sich langsam in eine höhere Tonlage schraubte, wie es sich für eine Frage gehörte. Sie wollte also wirklich eine Antwort.  &lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://zwei.drni.de/archives/1181-Schwarz-geht-immer.html#extended&quot;&gt;&quot;Schwarz geht immer&quot; vollständig lesen&lt;/a&gt;
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    <pubDate>Sun, 13 Nov 2011 23:54:00 +0100</pubDate>
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    <title>Fleischrest</title>
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    Als er den Mülleimer öffnete schlug es ihm entgegen. Wie konnte so ein kleiner Fleischrest schon über Nacht so einen Verwesungsgeruch entwickeln? Angeekelt und fasziniert ließ er den Deckel herunterschnappen. Beim Tatort konnte man das ja nicht riechen, der Geruchsfernseher war ja noch nicht erfunden, überhaupt hätte der dann Fernriecher heißen müssen. Wie lange es wohl dauerte, bis eine Leiche zu stinken anfing? Wenn schon ein kleines Stück Fleisch, das außerdem ja noch gebraten worden war, ja wenn das schon so schnell so übel abging, wie sollte das dann bei einem ganzen Fleischberg von Mensch sein? Ob gebratene  Menschen wohl einen anderen Gestank entwickelten als rohe? &lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://zwei.drni.de/archives/1088-Fleischrest.html#extended&quot;&gt;&quot;Fleischrest&quot; vollständig lesen&lt;/a&gt;
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    <pubDate>Wed, 27 Apr 2011 10:03:00 +0200</pubDate>
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    <title>Pilzpoppen</title>
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            <category>Unreine Fiktion</category>
    
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    Er hielt die Schüssel fest im Arm als ob er sie nie wieder hergeben mochte. Gerade hatte er endlich die erste kleine Pause, doch mit den Gedanken kam auch anderes hoch und ein neuer Schwall ergoss sich aus ihm in das gute Porzellan von Villeroy &amp;amp; Boch. Er schloss die Augen, um das Resultat nicht sehen zu müssen und betätigte erneut die Spülung.  &lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://zwei.drni.de/archives/1038-Pilzpoppen.html#extended&quot;&gt;&quot;Pilzpoppen&quot; vollständig lesen&lt;/a&gt;
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    <pubDate>Thu, 13 Jan 2011 16:19:00 +0100</pubDate>
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    <title>Love Handles</title>
    <link>http://zwei.drni.de/archives/844-Love-Handles.html</link>
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    Das erste deutliche Eindringen einer Frau in eine Männerdomäne hatte er vermutlich beobachtet als damals die eine in ihre Latzhosen stieg und in seinem Bulli davondüste und nie wieder gesehen war. Ob sie den wackeligen Zündverteiler selbst wieder geflickt hatte und wie weit sie gekommen war, das blieben unbeantwortete Fragen. Die Jahre zogen in die Länder, andere kamen und gingen in ihren Latzhosen, Women&#039;s Laboration breitete sich aus, seine Töchter wollten die Pille, er kaufte und verkaufte weiterhin seine Gitarren und Verstärker und flog durch die Bands der kleinen Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann reinkarnierte das eindringliche Eindringen in eine Männerdomäne. Eine Bassistin, und singen konnte sie auch, sogar noch besser als bassen. Noch etwas schüchtern, ein junges Ding. Schon nach kurzer Zeit boten ihre Love Handles nicht mehr genug Halt und so schob er sie regelrecht quer durch seine Gemächer. Dazu das Original von LP, der &lt;em&gt;Immigrant Song&lt;/em&gt; von Led Zep. Ein Refrain, ein Schrei, wir kommen! Im Abspann die Totalentspannung zu &lt;em&gt;Since I&#039;ve been loving you&lt;/em&gt;, er nickt zwischendurch mal ein, sie versucht sich mit seinem Lieblingshemd von seinem Saft zu befreien, das muffelige Ding muss eh in die Wäsche. Sie kommen wieder runter, er fühlt sich so jung wie sie ist und sie schaut so alt aus der noch nicht mal komplett ausgezogenen Wäsche wie er ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann stieg sie in ihre Hosen, schnappte sich seinen Bass und ihren Koffer und ein Flugzeug und nahm ihre Liebe und eine Erfahrung mehr mit in die Ferne. Vor der Waschmaschine sitzend, sein Hemd rotieren sehend, überlegt er nun, was sich wohl geändert haben mag seit damals. 
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    <pubDate>Sun, 04 Oct 2009 19:27:00 +0200</pubDate>
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    <title>Die unglaublichen Abenteuer des Herrn Rasdavon (3)</title>
    <link>http://zwei.drni.de/archives/399-Die-unglaublichen-Abenteuer-des-Herrn-Rasdavon-3.html</link>
            <category>Unreine Fiktion</category>
    
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    &lt;small&gt;[ &lt;a href=&quot;http://www.drni.de/blog/archives/344-Die-unglaublichen-Abenteuer-des-Herrn-Rasdavon-1.html&quot;&gt;Teil 1&lt;/a&gt; | &lt;a href=&quot;http://www.drni.de/blog/archives/378-Die-unglaublichen-Abenteuer-des-Herrn-Rasdavon-2.html&quot;&gt;Teil 2&lt;/a&gt; ]&lt;/small&gt;&lt;hr /&gt;Nach dem viel zu frühen Anruf von Frau Locke machten sich Schlafmangel und Erschöpfung bei Herr Rasdavon noch einmal breit und ließen ihn, wenn auch nur kurz, in tiefen Schlaf fallen. Als er erwachte galt sein erster Gedanke der Uhr und er bemerkte, daß ein verspätetes Erscheinen zum Dienst drohte. Das waren weder seine Kollegen noch er gewohnt und so sprang er aus dem Bett, mit einem Satz war er an der Kommode und öffnete die Schublade mit der Unterwäsche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Anblick zweier Stapel Schiesser Feinripp und zweier weiterer Stapel schwarzer Boxershorts ließen sein Hirn schockgefrieren. Auf einmal war alles wieder da, der Samstag morgen in Frau Lockes Bett, Herr Stantepede, die tiefe Krise, im Finanzamt eine Mitwisserin seines anderen Lebens zu haben und letztendlich - und das war das einzig etwas Beruhigende - die Tatsache, daß sie und er beschlossen hatten, an diesem Montag nicht arbeiten zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Samstag war er das erste mal nicht als Finanzbeamter sondern als Freizeit-Rebell erwacht. An diesem Montag war wieder nicht erwacht wie gewöhnlich: Er war zwischen zwei Leben in den Tag katapultiert worden. Zum ersten Mal war es nicht sonnenklar, daß er sich gleich gepflegt in seine Beamtenschale werfen würde. Er konnte sich nicht entscheiden, was er anziehen sollte. Zwar hatte er im vergleich zu Frau Locke, die andernorts wieder schlummerte, weit weniger Auswahl an Kleidungsstücken, aber dennoch war es die Wahl zwischen zwei Lebensformen: Der des Finanzbeamten und der des Rebellen. Als vorübergehende Lösung fand sich in der hinteren Ecke des Kleiderschranks sein alter Jogginganzug, den er schon lange nicht mehr benutzt hatte. Aber immerhin war diese Kombination weder das eine noch das andere und so hatte er das Dilemma zunächst umgehen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herr Rasdavon kochte sich Kaffee, setzte sich auf die Eckbank und versuchte nachzudenken. Tausend Dinge passierten. Er drehte sich eine konische Kippe, legte dann aber nicht die Beine auf den Tisch. Er stand wieder auf, schaltete die Stereo-Anlage an und hörte ein paar Minuten einen Oldie-Sender, dann schaltete er wieder aus und setzte sich wieder hin. Er griff zum Telefon und wußte nicht, wen er anrufen sollte. Eine Weile lang starrte er an die Decke, dann zur Balkontür hinaus, dann auf die Tischplatte.  Er ertappte sich dabei, wie er auf seine Hände starrte, die für einen gestandenen Biker doch irgendwie zu gepflegt und zu weich waren. Er dachte an Frau Locke und fragte sich, ob er wohl zärtlich gewesen war oder ob sie nur hart am abgehen gewesen waren. Er wußte es nicht, aber die Schmetterlinge fingen schon wieder an, zu Hubschraubern zu werden, und das brachte seine Gedanken in eine andere Richtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht sollte er Frau Locke anrufen. Man soll ja miteinander reden, über seine Gefühle und so. Er konnte sich nicht entscheiden, nahm erneut das Telefon, legte es wieder weg. Was aber, wenn das doch nur für eine Nacht war? »Meine zweite Identität, verschenkt für eine Nacht«, schoß es ihm durch den Kopf. Schließlich konnte es ja auch sein, daß sie gar nicht reden wollte. Vielleicht wollte sie mehr das eine, oder auch das andere, bevorzugte aber zum Reden ihre beste Freundin. Er wußte es nicht. Um so mehr er darüber nachdachte, um so weniger wußte er, und um so mehr fühlte er. Er bemerkte wie wenig er sie kannte. Er wußte nur, sie spielte elektrische Gitarre und mochte auch Musik der härteren Gangart, hieß Petra Locke und war ledig. Und dennoch fühlte er. Es war fast unheimlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er ging durch den kleinen Garten vor dem Balkon zu seinem kleinen Gewächshaus. Dort wuchsen die besten Tomaten überhaupt, die er hedonistisch-spießig mit bestem Balsamico und dem in kleinen Kästen wachsenden Basilikum und dem Büffelmozarella vom Feinkosthändler zu genießen wußte. In friedlicher Koexistenz mit den Tomaten wuchsen andere grüne Pflanzen, von denen er nun erntete. Leider war ihm das getrocknete Material ausgegangen und so blieb ihm nicht viel anderes als die Schnelltrocknung in der Mikrowelle. Er empfand den Duft als herrlich, der sich alsbald in der Wohnung ausbreitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächste konische Kippe hatte richtig Dampf dahinter und Herr Rasdavon schlief mit einem astronomisch breiten Grinsen auf der nicht unbedingt bequemen Eckbank ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen fünf Uhr nachmittags klingelte das Telefon und riß Herrn Rasdavon aus seinem traumlosen berauschten Schlaf. Wieder erwachte er nicht als Finanzbeamter und dieses Mal in gar keinem Bett, aber es störte ihn weniger als noch am Morgen. Es klingelte immer noch. Der Anrufbeantworter erbarmte sich und trötete die langweilig-gelangweilte Vorstellung eines Finanzbeamten durch die Leitung. Nach dem Piep war ihre Stimme zu hören. &lt;br /&gt;
»Ringo? Bist du da? Ringo, ... geh bitte ran.« &lt;br /&gt;
Es folgten zehn unentschlossene Sekunden, dann konnte er sich überwinden und griff zum Hörer.&lt;br /&gt;
»Hallo.«, sagte er mit tiefer, verschlafener Stimme.&lt;br /&gt;
»Ich will... nein, ich muß dich sehen!«&lt;br /&gt;
»Oh-kay«&lt;br /&gt;
»Wann?«&lt;br /&gt;
»Ich bin unterwegs«, sagte er und legte auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie selbstverständlich steckte er sich in die Freizeit-Rebellen-Kluft, ließ die Tür lautstark ins Schloß fallen und kickte das Stahlpony an. Mit einem eher zurückhaltenden Kavalierstart raste er davon, der Sonne entgegen, zu Frau Locke, dem angenehmen Teil seines Abenteuers. 
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    <pubDate>Mon, 05 Nov 2007 23:16:00 +0100</pubDate>
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    <title>Die unglaublichen Abenteuer des Herrn Rasdavon (2)</title>
    <link>http://zwei.drni.de/archives/378-Die-unglaublichen-Abenteuer-des-Herrn-Rasdavon-2.html</link>
            <category>Unreine Fiktion</category>
    
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    &lt;small&gt;[ &lt;a href=&quot;http://www.drni.de/blog/archives/344-Die-unglaublichen-Abenteuer-des-Herrn-Rasdavon-1.html&quot;&gt;Teil 1&lt;/a&gt; ]&lt;/small&gt;&lt;hr /&gt;Es war kein Montag wie jeder andere im Finanzamt. Herr Rasdavon und Frau Locke hatten sich krank gemeldet. Herr Stantepede war hingegen pflichtbewußt zum Dienst erschienen. Seine Miene war jedoch unvergleichlich sauer, was wohl damit zu tun hatte, daß er seine weibliche Hoffnung am Samstag morgen mit einem anderen im Bett erwischt hatte. Keiner der anderen Mitarbeiter traute sich, Fragen zu stellen. Obwohl Herr Stantepede auch bei Problemen oder Fehlleistungen ruhig und sachlich blieb, spürten sie, daß dieses Mal etwas ganz und gar schief gelaufen war und man ihn besser in Ruhe ließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Herrn Rasdavon war es der ungewöhnlichste Samstag Morgen seit Beginn seiner Ausbildung gewesen. Das erste mal seit er sich erinnern konnte, war er eines morgens nicht als Finanzbeamter, sondern als Hobby-Outlaw aufgewacht. Die Rückverwandlung mußte gescheitert sein. Doch der Filmriß blieb, und so fand er sich in einer gänzlich überraschenden und ungewohnten Situation. Frau Locke schnarchte immer noch auf seinem eingeschlafenen Arm, und Herr Stantepede war stehenden Fußes abgezogen, nach dem er die beiden durchs Fenster gesehen hatte. Er befreite seinen Arm und Frau Locke wachte auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie gähnte, blickte sich um, erblickte ihn, und fluchte.&lt;br /&gt;
»Scheiße, Rasdavon, was machen sie denn hier?«&lt;br /&gt;
»Erm. Nennen sie mich Ringo.«&lt;br /&gt;
»Ich dachte, du heißt Florian.«&lt;br /&gt;
»Ja, aber alle nennen mich Ringo. Naja fast alle.«&lt;br /&gt;
Sie verstand. Natürlich nannte ihn im Finanzamt niemand so. Aber nach Feierabend, wenn er sich offenbar als Freizeit-Rebell betätigte, war er bekannt als Ringo Rasdavon.&lt;br /&gt;
»OK, Ringo.«, sagte sie und erblickte nicht weniger als vier benutzte Kondome auf dem Teppich neben dem Bett. »Nun, da wir ja anscheinend gevögelt haben, können wir uns auch duzen.«, schlug sie vor.&lt;br /&gt;
Er nickte. »OK, Petra«, murmelte er.&lt;br /&gt;
»Wie ist das denn... also wie kommt das denn...?«, wollte er wissen.&lt;br /&gt;
»Ich weiß auch nicht so genau«, gestand sie mehr sich als ihm, »aber wir hatten wohl unseren Spaß.«&lt;br /&gt;
»Was nun?«, fragte er.&lt;br /&gt;
»Erst mal Kaffee«, meinte sie lapidar und stand auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herr Rasdavon und die Frauen. Er hatte es eigentlich aufgegeben. Im Finanzamt gab es zwar die eine oder andere, die er interessant gefunden hätte, aber er mußte ja sein Gesicht als braver Beamter wahren. In kürzester Zeit hätte es sich herumgesprochen, daß er Hobby-Outlaw war und das wollte er um jeden Preis vermeiden. In seinem anderen Leben sah es anderweitig problematisch aus: Die meisten Rockerbräute hatten ein anderes Verständnis von Schönheit als er und außerdem litten ihre Körper meist schon deutlich unter dem Einfluß der Schwerkraft. Es war ihm äußerst rätselhaft, ja eigentlich gänzlich unerklärlich, wie das mit Frau Locke hatte passieren können. Das war nun wirklich wider jeglicher Vernunft. Gedanken an die Kollegen beim Finanzamt schossen ihm durch den Kopf, aber er wischte sie schnell weg. »Nicht jetzt«, dachte er. Noch war Wochenende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er stieg in seine Lederhose und folgte dem Geräusch der Kaffeemaschine. Frau Locke schien es nicht für nötig zu halten, sich anzukleiden. Sie lehnte mit dem Rücken an der Küchenzeile und konnte sich nicht zwischen Grinsen, Lachen, Seufzen und Gähnen entscheiden. Er setzte sich auf einen Stuhl und blickte sie an. Sie war attraktiv, zweifelsohne. Viel mehr noch, er fand sie sexy. Es war mehr etwas verspielt-erotisches das ihn anzog als ihr Körper an sich. Er konnte sich nicht genau erinnern, wann er das letzte mal überhaupt eine Frau begehrt hatte. Sicher war er sich jetzt nur in einem: Es konnte kein Zufall gewesen sein, daß das passiert war, was passiert war. Sie war der Hammer. Er wollte sich gar nicht fragen, warum er das in all den Jahren im Finanzamt nicht bemerkt hatte. Sie hingegen schien zu wissen, warum sie ihn in all den Jahren nicht wirklich bemerkt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Ich hatte schon gedacht, du wärst einer von diesen Spießern mit Bausparvertrag und Häuschen mit Bierfaß im Schrebergarten«, meinte sie.&lt;br /&gt;
»Das mit dem Bausparvertrag stimmt ja auch,« fing er an. Dann verstummte er. Ihm wurde klar, daß es vielleicht nicht ganz sachdienlich war, über Bausparverträge zu reden.&lt;br /&gt;
»Nur das mit dem Schrebergarten, das ist bei mir etwas anders«, lenkte er ein, »ich führe lieber das Stahlpony aus.«&lt;br /&gt;
Sie grinste. Es entstand eine Pause, sie blickten sich an.&lt;br /&gt;
»Irgendwie mag ich dich«, sagte sie.&lt;br /&gt;
Er spürte sein Herz kräftig schlagen. Das hatte er schon lange nicht mehr gekannt. Und dann kam da noch ein neues Gefühl hinzu: Eifersucht.&lt;br /&gt;
»Was ist mit Stantepede?«, quetschte er heraus.&lt;br /&gt;
»Ach der... der läßt nicht locker. Hoffentlich hat er es jetzt kapiert.«&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der weitere Verlauf des Samstags wurde von den beiden als äußerst angenehm empfunden. Obwohl er sich gerade in die größte Krise seines Beamtendaseins gestürzt hatte, fiel Herr Rasdavon am Abend so zufrieden wie schon lange nicht mehr in sein Bett und war dabei nicht einmal stoned oder betrunken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Echo kam massiv am Sonntag Abend, als ihm klar wurde, daß er nicht weitermachen konnte wie bisher. Viel schlimmer noch, ihm wurde klar, daß er das nicht wollte. Verstand und Gemüt kämpften bis spät in die Nacht, und am Montag war an Arbeit nicht zu denken. Das Telefon klingelte zur frühen Morgenstunde.&lt;br /&gt;
»Gehst du hin?«, fragte sie&lt;br /&gt;
»Nein.«&lt;br /&gt;
»Ich auch nicht.« 
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    <pubDate>Mon, 24 Sep 2007 12:36:09 +0200</pubDate>
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    <title>Im ICE</title>
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    Ein Schwanz im Anzug setzt sich und entert seinen Boss rektal. 
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    <pubDate>Sun, 16 Sep 2007 12:43:47 +0200</pubDate>
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    <title>Die unglaublichen Abenteuer des Herrn Rasdavon (1)</title>
    <link>http://zwei.drni.de/archives/344-Die-unglaublichen-Abenteuer-des-Herrn-Rasdavon-1.html</link>
            <category>Unreine Fiktion</category>
    
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    Herr Rasdavon war Hobby-Outlaw. Seine Kollegen kannten ihn als stets zuverlässigen Beamten, der sich nicht nur durch großzügige Spenden an die Kaffeekasse hervortat. Vielmehr war er so gut in seiner Tätigkeit, daß es ihnen fast schon unangenehm war. Ihm war noch nie ein Fehler unterlaufen und er setzte den Maßstab, an dem sich nach Meinung der etwas höheren Tiere jeder zu halten hatte. Sein Äußeres war stets gepflegt. Es hatte einen angebracht-biederen Stil, der jeglichem Publikumsverkehr sofort mitteilte, man habe es hier mit einem seriösen Finanzbeamten zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herr Rasdavons Vorgesetzter, ein gewisser Herr Stantepede, war Hobby-Radfahrer. Frau Locke, die Sekretärin, war ungewöhnlich, sie verbrachte ihre Freizeit mit einer elektrischen Gitarre, dem Vorbild von Doro &amp;amp; Warlock nacheifernd. Von Herrn Rasdavons Freizeitbeschäftigungen war den Kollegen im Finanzamt nichts bekannt. Er schien so etwas wie Freizeit weder zu haben noch nötig zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch die Wahrheit war eine andere. Herr Rasdavon war Feierabend-Rebell. Nach Hause gekommen hängte er sein Jackett säuberlich auf, ebenso wie er die anderen Kleider gepflegt verstaute. Dann begann die Verwandlung. Meist stand er vor dem Spiegel, nun nur noch bekleidet mit einer Schiesser Feinripp. Für Feinripp-Unterhosen gab er monatlich eine nicht unbeträchtliche Summe aus. Sie spielten eine initiale Rolle bei der allabendlichen Verwandlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er stand also da, packte die Unterhose mit beiden Händen und riß sie entzwei. Mit einem großen Satz hüpfte er zur Stereoanlage, die er ansonsten nicht benutzte. Meistens war schon eine passende Scheibe im Laufwerk. Black Sabbath langweilten ihn schon fast, Motörhead mochte er lieber, aber auch Korn und Rage against the Machine. Während die Mischung aus Gitarrenriffs und Geräusch seine bescheidene Wohnung durchstürmte kleidete er sich an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die übliche Garderobe eines Hobby-Outlaw besteht aus Lederhose, Cowboystiefeln, Lederjacke mit Fransen, Tabakbeutel, und so weiter und so fort. Herr Rasdavon war bestens ausgestattet. Sein besonderes Highlight war der Helm. Ein Integralhelm wäre viel zu spießig gewesen. Er hatte einen Stahlhelm mit Spitz, original aus der Zeit von Wilhelm II. Nach dem Ankleiden pflegte Herr Rasdavon sich einen Jackie Cola einzuschenken, eine konisch geformte Kippe zu drehen und die bestiefelten Beine für ein Viertelstündchen auf den Tisch zu legen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Harley hatte er mit viel gutem Zureden auf seinen Nachbarn angemeldet. Nur so, dachte er, würde die KFZ-Steuer, die er dem Nachbarn selbstverständlich bezahlte, vor den Kollegen im Finanzamt verborgen bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Jackie Cola schwang er sich auf sein Stahlpony und ritt in die Prärie hinaus. Der untergehenden Sonne entgegen. Irgendwo war immer etwas geboten. Am liebsten waren ihm natürlich Konzerte. Wenn da nichts zu holen war, dann begnügte er sich mit einer lauten Rock-Disco oder einer stinkenden Spelunke mit mindestens vier Geldspielautomaten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn er dann nach Mitternacht nach Hause kam fiel er meist müde und betrunken, gelegentlich auch stoned, gleich nach dem er die Kluft in die Ecke geworfen hatte, steingleich ins Bett, wo er nach meist traumlosem Schlaf als Finanzbeamter wieder erwachte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so wäre das vermutlich weitergegangen bis in alle Tage. Doch es geschah das Unvermeidliche. Er wußte keine Details, nicht mehr. Es war ein Freitag Abend gewesen und die Party war irre. Rock &#039;n&#039; Roll wie er im Buche steht, selbst Judas Priest und Ozzy Osbourne wären vor Neid bunt angelaufen. Die beste Band seit langem. Dann riß der Film.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der Filmvorführer der Biographie von Herrn Rasdavon den Rest des Streifens gefunden und eingelegt hatte, barst Sonnenlicht durch ein Fenster. Es war nicht sein Bett. Ein Nachttischchen, Schublade offenstehend, er erblickte eine Großpackung Kondome. Unter dem altbackenen Schirm der Lampe ein trüber Spiegel und ein 50-Euro-Schein. Seine Zähne drückten und die Nase juckte. Er wollte sich kratzen, aber jemand lag auf seinem Arm. Langsam drehte er den Kopf hinüber und blickte in das augenberingte Gesicht von Frau Locke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es klopfte an einer Tür. »Petra!«, rief eine nicht unbekannte Stimme. &lt;br /&gt;
»Petra, ich hab Brötchen mitgebracht.«&lt;br /&gt;
Sie schnarchte. Das Licht wurde dunkler. Eine Person im Fenster.&lt;br /&gt;
»Petra?«&lt;br /&gt;
Herr Stantepede stand wie angewurzelt und starrte. 
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    <pubDate>Tue, 28 Aug 2007 13:27:23 +0200</pubDate>
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    <title>Du mußt raus</title>
    <link>http://zwei.drni.de/archives/143-Du-musst-raus.html</link>
            <category>Unreine Fiktion</category>
    
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    &lt;div style=&quot;position:relative;  margin-bottom:10px; margin-right:10px; float:left; width:auto; height:auto;&quot; &gt;&lt;a href=&quot;http://www.drni.de/niels/weblog/pix/gross.php?bild=hexennacht.jpg&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&lt;img style=&quot;border: solid 1px; vertical-align:text-bottom&quot; src=&quot;http://www.drni.de/niels/weblog/pix/hexennacht.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;strong style=&quot;position: relative; left: -20px;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.drni.de/niels/weblog/pix/gross.php?bild=hexennacht.jpg&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.drni.de/niels/weblog/lupe.gif&quot; alt=&quot;Zoom&quot; style=&quot;border: 0px;&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;Das Leben hat seine Geschichte mit blutgetränkter Feder auf das Pergament deines Gesichts geschrieben. Müde, doch die Hoffnung ist nicht gestorben, sie blitzt aus deinen Augen. Ein Diamant in den Tiefen der alltäglichen Untiefen des Seins. Seiner Existenz bist du wohl bewußt, doch die Müdigkeit hat bisweilen gesiegt und dich nicht Hacke und Schaufel schwingen lassen um das Kleinod auszugraben. So geht es immer weiter, und du bist es schon längst gewöhnt, es ist schon längst normal, daß nichts besser wird im Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Du sagst dein blaues Auge mache dich so sentimental«, singen die Helden. Doch du bist die eine dieser wahren Alltagsheldinnen, jeden Tag stärker als ein Pferd, nur merkst Du es nicht. Es geht ja auch immer gut, immer irgendwie weiter, es ist alles nicht so schlimm, nur hingefallen, aufs Gesicht, es ist nichts weiter. Ziehst an deiner Zigarette, nur kurz nervös der Blick, die Form muß gewahrt werden, die Hülle hilft dir, die letzte Normalität zu wahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahrheit ist: Du mußt raus. Du mußt dich überzeugen, raus zu müssen. Doch der Knast ist nicht aus schwedischen Gardinen gemacht, nein, ganz normale von Ikea sind das, und diese Gardinen sind stärker als Stahl. Du mußt raus.&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 23 Dec 2006 14:22:00 +0100</pubDate>
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    <title>Zeit</title>
    <link>http://zwei.drni.de/archives/126-Zeit.html</link>
            <category>Unreine Fiktion</category>
    
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    Ein kleiner fetter Junge trampelt quer durch den Wartesaal. Schnauft dabei wie ein Ross. Ja, Wartesaal, denn Zimmer sind kleiner. Zweckmäßige Stühle, ein ebenso zweckmäßiger und daher ebenso häßlicher Kleiderständer. Vergeblich müht sich eine Topfpflanze zusammen mit ein paar Postkartenmotiven von Venedig um eine Auflockerung des Arrangements.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fenster sind zu hoch angebracht, um den Wartenden einen Blick nach draußen zu gewähren. So sind sie gezwungen, sich mit anderen Personen und den im nicht abgetrennten Flur herumhuschenden und watschelnden Personal der Klinik zu befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stimmengeflüster, doch meist nur Schritte. Die Schritte der ach so gesunden Birkenstockschlappen, die hier scheinbar jeder an hat. Ab und zu das Tuscheln der Wartenden, meist irgendwas von Mama, das den Sohnemann beruhigen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;position:relative; left:8px; text-align: center; margin-bottom:10px; margin-top:10px; width:auto; height:auto;&quot; &gt;&lt;a href=&quot;http://www.drni.de/niels/weblog/pix/gross.php?bild=lampen.jpg&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&lt;img style=&quot;border: solid 1px; vertical-align:text-bottom&quot; src=&quot;http://www.drni.de/niels/weblog/pix/lampen.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;strong style=&quot;position: relative; left: -20px;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.drni.de/niels/weblog/pix/gross.php?bild=lampen.jpg&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.drni.de/niels/weblog/lupe.gif&quot; alt=&quot;Zoom&quot; style=&quot;border: 0px;&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
»Herr Maier, bitte.« Einfach so, laut hingeworfen. Verwunderlich, daß wirklich so viele Leute Maier heißen. Eine junge Pflegerin, vielleicht noch in der Ausbildung, durchwatschelt den Raum. Die Schuhe flüstern werbewirksam »Birken... Birken... Birken« und fast möchte ich mit den Absätzen meiner Stiefel dazuklopfen: »....stock ...stock ...stock!«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aids-Schleife am Mantel, Hornbrille, Buch in der Hand. Der Kopf wiegt sich leicht im Takt der Zeilen hin und her, er liest schnell, verdrängt die unzulängliche Stille mit einer Alt68er-kompatiblen Lektüre. Ob die eine Urinprobe bei ihm machen und auf THC prüfen? Wer weiß....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Halskrause und gefärbte Mähne umgeben das schon etwas faltige Gesicht. Ist die Bluse Flieder oder Rosa? Das Auge des Betrachters wird vergewaltigt und gezwungen, weiterzuziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von denen, die kurz vor mir gekommen sind, war noch keiner an der Reihe. Herr Maier begibt sich im Flur in ein anderes Untersuchungszimmer. Ein türkisch wirkender dreht Däumchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vermutlich gibt es hinter den Türen etwas großartiges. Immense Reichtümer, fleischliche Freuden oder den Weg zur wahren Glückseligkeit. Denn alle, die nach zwei bis drei Stunden Warten und einer Stunde herumirren auf der Suche nach dem richtigen Zimmer den Weg nach draußen wieder gefunden haben, zeigen ein beseeltes Lächeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder liegt hier ein Irrtum vor?&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Mon, 04 Dec 2006 13:24:29 +0100</pubDate>
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    <title>Des Deutschen Liebe zur Arbeit - Heute: Trauerarbeit</title>
    <link>http://zwei.drni.de/archives/69-Des-Deutschen-Liebe-zur-Arbeit-Heute-Trauerarbeit.html</link>
            <category>Unreine Fiktion</category>
    
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    Usus: Dipl. Trauerarbeiterin&lt;br /&gt;
Seliggeist: Lagerarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Lagerhalle. Ein LKW-Fahrer liefert eine Palette an, Seliggeist füllt Papiere aus an einem abgenutzen schon seit 10 Jahren provisorischen Stehtisch aus alten Einwegpaletten. Es ist besenrein aber trotzdem schmutzig.&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;LAUTSPRECHER: »DING DONG DÄNG DOING! Achtung eine Durchsage! Herr Seliggeist bitte im Büro 725 melden. Herr Seliggeist, bitte! Sie werden aufgerufen sich zur Trauerarbeit bez. der Sache &#039;Ehefrau&#039; einzufinden.«&lt;/blockquote&gt;Eine Bürotüre mit Schild »725 - Trauerarbeit - Frau Usus«. Eine leicht ölverschmierte Hand greift nach der Klinke, hält inne, klopft.&lt;blockquote&gt;USUS (von drinnen): »jaaaa bidddäää?!«&lt;/blockquote&gt;Seliggeist tritt ein und nimmt unaufgefordert auf dem schon etwas abgewetzten Stuhl am Schreibtisch platz. Auf dem Schreibtisch: Ein Subnotebook, ein Block, ein Bleistift, sonst nichts.&lt;blockquote&gt;USUS: »Soo Herr Seliggeist, Hallo erst mal. Mein Name ist Usus und ich arbeite hier für die Abteilung Human Resources. Wir haben erfahren, daß sie dringend Trauerarbeit verrichten müssen.«&lt;/blockquote&gt;&lt;blockquote&gt;SELIGGEIST: »Ähm, hm. Ja. Ich weiß nicht.«&lt;/blockquote&gt;&lt;blockquote&gt;USUS: »Doch doch, unser Zentralcomputer irrt sich da nicht. Glauben sie mir.«&lt;br /&gt;
(kurze Pause)&lt;br /&gt;
»Also das funktioniert so: Hier haben wir unseren Trauer-O-Mat. Kommen sie mal mit rüber«&lt;/blockquote&gt;Usus führt Seliggeist durch eine Verbindungstür ins Nebenzimmer. Dort steht eine große, ursprünglich weiße, nun aber gelblich-vergilbte Maschine mit einer kopfgroßen Öffnung.&lt;blockquote&gt;USUS: »Also sie strecken ihren Kopf in die Maschine.«&lt;/blockquote&gt;Usus schubst Seliggeist zur Maschine, wo er überrumpelt seinen Kopf hineinsteckt.&lt;blockquote&gt;SELIGGEIST (aus der Maschine heraus): »Und jetzt?«&lt;/blockquote&gt;&lt;blockquote&gt;USUS: »Jetzt schalte ich ein und dann trauern sie. Das geht ganz einfach.«&lt;/blockquote&gt;Usus drückt ein paar schalter an der Maschine. Seliggeist beginnt leicht zu zucken, und zappelt dann kurz. Er stöhnt laut wie vor Schmerzen.&lt;blockquote&gt;USUS (laut): »Spüren sie es? Ja?!«&lt;/blockquote&gt;&lt;blockquote&gt;SELIGGEIST (zögerlich): »Ich... ich weiß nicht, was denn?«&lt;/blockquote&gt;&lt;blockquote&gt;USUS (ignorant, fast brüllend): »Ja, gut, TRAUERN SIE! Jetzt, und EINS und ZWEI, und EINS und ZWEI und EINS und ZWEI, TRAUERN SIE!«&lt;/blockquote&gt;Seliggeist rinnt der Schweiß. Er weiß immer noch nicht, was eigentlich vorgeht. Plötzlich klappt er zusammen, fällt aus der Maschine und bleibt liegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Seliggeists Perspektive: Er wacht auf und blickt in das Gesicht von Usus, direkt über ihn gebeugt.&lt;blockquote&gt;USUS: »Sehen sie, das war zwar etwas viel, aber nun können sie es bestimmt schon besser verkraften, daß ihre Frau von uns gegangen ist.«&lt;/blockquote&gt;&lt;blockquote&gt;SELIGGEIST: »Oh Mann. Oh mann oh mann oh mann! Himmelarschundnochmal«&lt;/blockquote&gt;&lt;blockquote&gt;USUS: »Nanana, Herr Seliggeist.«&lt;/blockquote&gt;&lt;blockquote&gt;SELIGGEIST: »Was glauben sie eigentlich?«&lt;/blockquote&gt;&lt;blockquote&gt;USUS: »Wie?«&lt;/blockquote&gt;&lt;blockquote&gt;SELIGGEIST: »Endlich ist sie tot, die alte Fotze! Dauernd mit irgendwelchen Typen rumgemacht und die Kohle verbraten. Nur noch ausgelacht hat die mich. Endlich hab ich meine Ruhe.«&lt;/blockquote&gt;&lt;blockquote&gt;USUS: »Aber der Zentralcomputer...«&lt;/blockquote&gt;&lt;blockquote&gt;SELIGGEIST: »... ihr Zentralcomputer macht wohl gerade Trauerarbeit, da kommt man schon mal ins Schleudern. Glauben sie mir.«&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
 
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    <pubDate>Sun, 15 Oct 2006 00:34:49 +0200</pubDate>
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    <title>Zwei in der Stadt</title>
    <link>http://zwei.drni.de/archives/5-Zwei-in-der-Stadt.html</link>
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    &lt;img src=&quot;http://www.drni.de/niels/weblog/pix/baker-street.jpg&quot; alt=&quot;&quot; style=&quot;border: solid 1px; float:left; margin-right:15px; margin-bottom:10px;&quot; /&gt;Der Duft fremder Untergrundbahnen, ist das möglich? Ob London, Stuttgart oder irgendwo im Ruhrpott, der warme Mief ist überall der gleiche. Die Menschen schauen sonstwohin, um sich nicht ins Gesicht sehen zu müssen. Der Blick nach draußen ist nicht attraktiv, nur schwarze Wände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein großer Kopfhörer versorgt ihn mit Pink Floyd. Das Ruckeln der Bahn scheint zu einem Gleiten zu werden und gelegentliche hellere Flecken der Tunnelwand huschen wie Wolken vorbei. Sein Blick gleitet weg vom Fenster, hin zu der Person gegenüber. Sie hat ihre Augen geschlossen, ihre gepflegt-zottelige Mähne umhüllt das zarte Gesicht, das irgendwo direkt auf dieser dicken Ladung von schlabberiger Jacke zu sitzen scheint. Spröde Hände blicken aus den Ärmeln hervor, geziert von verschiedenen mattsilbernen Ringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Licht eines Bahnhofs. Sie öffnet die Augen, sie sind grün. Lange blicken sie sich an, steigen an der selben Haltestelle aus, gehen schweigend durch die Stadt, er hört immer noch Pink Floyd, akustisch abgeschottet von der Welt. Sie setzen sich auf eine Bank in einem Park, nehmen sich bei den Händen. Der Brunnen plätschert und gurgelt, ein Polizeihund pisst an einen Laternenpfahl. Sie küssen sich vorsichtig. Ein Penner rülpst, während der Polizist ihn ansprechen will. Ein Geräusch kommt näher. Eng umschlungen, das sanfte Glimmen des Abends in ihren grünen Augen, sie drücken sich krampfhaft an sich, verlieren den Boden unter den Füßen, schweben gen Himmel. Das Geräusch wird lauter, eine Sirene, doch zu spät für fast alle, niemand hätte das gedacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur noch ein kleiner Punkt am Himmel sind die beiden nun, als die Bombe fällt.&lt;br /&gt;
 
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    <pubDate>Sat, 01 Jul 2006 14:25:15 +0200</pubDate>
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