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    <title>Gsallbahdr Zwei - Gedanken gehen ihren Gang</title>
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    <description>Das Wort zum Alltag von DrNI</description>
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    <pubDate>Sat, 25 Feb 2012 22:08:19 GMT</pubDate>

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        <title>RSS: Gsallbahdr Zwei - Gedanken gehen ihren Gang - Das Wort zum Alltag von DrNI</title>
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    <title>Traumafrikaner</title>
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    &lt;div class=&quot;drniCenter&quot;&gt;&lt;img  class=&quot;drniCenter&quot; src=&quot;http://www.drni.de/niels/weblog/pix/shekere1.jpg&quot;&gt;&lt;/div&gt;An den Wänden der Traum von Afrika und ein Traum von einem Afrikaner. Afrika ist groß, aber ich weiß, das hier ist Ghana, eines der vielen Länder mit den vielen Sprachen. Auf dem Foto die Band. Junge Männer, dezent gute Muskeln, kein Speck, Haarmähnen, echte Männer eben. Traditionelle Kleider haben sie an und ihre Instrumente dabei. Man kann die weiße Frau hinter der Kamera vermuten, die Frau, die sich in ihren Traumafrikaner verliebt hat, die Fan dieser wundervollen Band ist. Der Traum von einem anderen Leben, wenn man diese Fotos sieht, versteht man ihn sofort. &lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://zwei.drni.de/archives/1226-Traumafrikaner.html#extended&quot;&gt;&quot;Traumafrikaner&quot; vollständig lesen&lt;/a&gt;
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    <pubDate>Sat, 25 Feb 2012 22:57:00 +0100</pubDate>
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    <title>Ankommen</title>
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    Es trennt sich die Spreu vom Weizen, bis nur noch ich übrig bleibe. Das Stürmen und Drängen der Zwanzigerjahre eines Lebens ist einer zurückhaltend tobenden Nachdenklichkeit gewichen. Gerade ist wieder einer meiner Freunde dreißig geworden. Jetzt bin ich alt, sagen sie alle. Schleichend hat sich erneut ein Grüppchen abgespalten. Das war schon immer so, schon nach der Grundschule wurden wir sortiert, im Gymnasium sind noch ein paar dazugekommen und rausgefallen, dann das Abitur, danach der Fluch der Freiheit. Die einen werden Ingenieure und Hollywood-Cineasten, die anderen Literaturwissenschaftler und Programmkino-Besucher. Einige entschließen sich, in der kleinen Welt ihrer kleinen Heimatstadt zu bleiben und werden Bankkauffrau. Und jetzt sind wir dreißig und die meisten schon ein paar wenige Jahre im Beruf und es sind schon wieder ein paar weniger geworden, bei denen man sich noch zu Hause fühlt, es hat sich nochmals gespalten: In Spießer und Freigeister. &lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://zwei.drni.de/archives/1223-Ankommen.html#extended&quot;&gt;&quot;Ankommen&quot; vollständig lesen&lt;/a&gt;
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    <pubDate>Wed, 08 Feb 2012 23:11:00 +0100</pubDate>
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    <title>Beziehungsanbahnungsmodell</title>
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    Des männlichen Brillennerds befriedigend logischer und außerdem mengenbasierter Ansatz zur Erklärung des unerklärlichen Phänomens der Beziehungsanbahnung:&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;drniCenter&quot;&gt;&lt;img  class=&quot;drniCenter&quot; src=&quot;http://www.drni.de/niels/weblog/pix/love-venn.png&quot;&gt;&lt;/div&gt; 
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    <pubDate>Fri, 04 Nov 2011 17:31:00 +0100</pubDate>
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    <title>Überlebensmesser</title>
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    Der A. hatte ein Überlebensmesser. So nannte er das. Es war eine Art moderner Dolch, in dessen Griff sich verschiedene Utensilien befanden. Ein Angel&amp;shy;haken, eine Angel&amp;shy;schnur, ein kleines Sägeseil, wasserfeste Streich&amp;shy;hölzer. Der Deckel des Griffs selbst war ein Kompass. Der A. war noch nicht ganz pubertär und wollte ein Mann sein. Und wie jeder weiß leben Männer nicht, sie überleben. Der permanenten Gefahr in der Klasse 6b des miserablen Landeier-Gymnasiums ausgesetzt half da nur das Überlebens&amp;shy;messer. Denn dieses Messer war ja auch keine Waffe, mit der man jemandem schaden wollte. Es war nur für den Ernstfall gemacht. Falls der Schulbus auf dem Rückweg in der Tundra stecken bleiben sollte, oder falls man in der Wüste einen Platten hätte. Dass man in der Wüste nicht angeln kann und dass ein Kompass zur Positions&amp;shy;bestimmung nur funktioniert, wenn man auch eine Landkarte hat, das ist eine andere Geschichte.  &lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://zwei.drni.de/archives/1108-UEberlebensmesser.html#extended&quot;&gt;&quot;Überlebensmesser&quot; vollständig lesen&lt;/a&gt;
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    <pubDate>Mon, 06 Jun 2011 08:15:00 +0200</pubDate>
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    <title>Innere Stimme</title>
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    &lt;div class=&quot;drniCenter&quot;&gt;&lt;img  class=&quot;drniCenter&quot; src=&quot;http://www.drni.de/niels/weblog/pix/kornbuehl1.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/div&gt;Je lauter das Leben um einen braust und tost, desto weniger vermag man auf seine innere Stimme hören. Die Stimme, die einem sagt, was man jetzt und später braucht, um glücklich zu sein. Auf 886 Meter über Normalnull ist Ruhe. Die große Weite um den Kornbühl gibt einem das Gefühl zurück, ein freier Mensch zu sein. 
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    <pubDate>Sat, 21 May 2011 23:11:00 +0200</pubDate>
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    <title>Der fette Paul</title>
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    Paul war fett. Ich war auch als Jugendlicher kein Adonis, aber Paul war fett. Paul war Amerikaner, ich Deutscher. Was uns verband: Wir hatten keine Ahnung. Von der Welt, von Mädchen, vom Leben, von nichts. Und doch sollten es in den anderthalb Wochen von Pauls Aufenthalt die Abstufungen von diesem Nichts sein, die mich nachhaltig beeindruckten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul war Aufsteiger. Soll heißen, seine Familie kam aus ärmeren Verhältnissen, und in den USA kann arm ganz schön armselig sein. Seine Eltern waren also Aufsteiger, aber sie kamen nicht mehr weiter, deswegen musste der fette Paul nun die vielen letzten Sprossen der Leiter alleine hoch, die arme Sau. So kam er also an, Deutschkenntnisse für einen Sechzehnjährigen ziemlich gut, Deutschlandkenntnisse nicht gegeben, aber woher denn auch. Ich wusste ja auch nichts über die Vereinigten Staaten von Amerika. Außer, dass die einen Typen namens George Bush hatten und dass der  im Irak mit Kampfjets unterwegs war. Wegen dem Öl, so sagten damals die Erwachsenen, wahrscheinlich wegen dem Öl. Eine Geschichte, die sich wiederholen sollte. &lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://zwei.drni.de/archives/1096-Der-fette-Paul.html#extended&quot;&gt;&quot;Der fette Paul&quot; vollständig lesen&lt;/a&gt;
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    <pubDate>Tue, 10 May 2011 00:09:00 +0200</pubDate>
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    <title>Frau Doktor Zauberer</title>
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    Und dann wedelt dieses Ding vor mir rum. Eine kleine Metallkugel an einem langen elastischen Stab, am anderen Ende ein Griff aus Kork in der Hand der Frau Doktor für Hälse, Nasen und Ohren. Ein Biofeldtest. Ich darf kleine Fläschchen mit Flüssigkeiten halten und Frau Doktor lässt die Kugel schwingen. Wenn die Kugel nickt, dann hat mein Energiefeld zu dem Zeug in dem Fläschchen etwas Positives zu sagen, wenn sie sich links und rechts bewegt, also den Kopf schüttelt, den sie nicht hat, dann ist das negativ. Ganz intuitiv. &lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://zwei.drni.de/archives/1055-Frau-Doktor-Zauberer.html#extended&quot;&gt;&quot;Frau Doktor Zauberer&quot; vollständig lesen&lt;/a&gt;
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    <pubDate>Mon, 07 Feb 2011 21:20:00 +0100</pubDate>
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    <title>Abgefuckte Abgeklärtheit</title>
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    &lt;div class=&quot;drniLeft&quot;&gt;&lt;img  class=&quot;drniLeft&quot;  src=&quot;http://www.drni.de/niels/weblog/pix/vogeltapser.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/div&gt;Durchs Fenster scheint eine in Schneewatte gepackte Winterwelt herein, die Heizung gluckert leise, der Tee dampft und Rechner spielt meine &lt;a href=&quot;http://www.drni.de/blog/archives/873-Lebensabschnittshymnen.html&quot;&gt;Lebensabschnittshymnen&lt;/a&gt;-Playlist. Doch es macht mir nichts mehr aus. Die schönsten und die schauderhaftesten Erinnerungen, die sich hinter all diesen Songs verbergen, die unerfüllten Liebeleien, die erfüllten Lieben, die zerbröselten Herzen, alles liegt unter dem Schnee der abgefuckten Abgeklärtheit der 30er Jahre eines Lebens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin so geworden wie die älteren Brüder meiner Freunde, die ich als stürmender und drängender Anfangzwanziger immer so abscheulich fand. So cool, so ruhig. Nichts juckt diese abgefuckten Abgeklärten mehr. Oder, wie ich heute weiß: Nichts darf sie mehr jucken. Natürlich hat man alles schon mal gesehen. Es gibt einfach keine ersten Male mehr. Oder nur noch selten. Die erste Liebe, der erste Sex, der erste Rausch, das erste Mal mit einer Band auftreten, das erste Mal vor Leuten reden, das erste Mal ein Studium abschließen&amp;#160;&amp;ndash; beim zweiten Mal war es noch schön, nun tun wir 30er es als Gewohnheit ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir halten den Ball flach. Die schönen Höhenflüge und die traurigen Tiefen können wir uns nicht mehr leisten, sie lenken uns nur ab von der Arbeit, die uns wichtig geworden ist. Oder wichtig geworden sein muss, denn wir sind finanziell nicht mehr so unabhängig wie wir es als Studenten noch waren, wir haben nicht mehr drei oder vier mehr oder minder verlässliche, dafür aber unabhängige Quellen unseres Einkommens, sondern nur noch eine einzige, der wir uns in verschiedenem Maße hin- und ergeben. Wir haben gelernt, uns nicht mehr zu verlieben, wenn es keinen Erfolg verspricht, weswegen die Singles unter uns Singles bleiben. Wir haben gelernt, zwischen Freunden und Bekannten zu unterscheiden. Wir integrieren unsere Freunde in unser Zeitmanagement. Wir haben gelernt, die Prioritäten zu setzen und uns in unserer inneren Queue immer selbst vorne anzustellen, damit wir nicht untergehen. Und wir lernen, uns nicht aufzuregen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob Politik oder Popkultur, das geht am Arsch einige Kilometer weit vorbei. Aufregung lohnt nur noch, wenn sie Effekt hat und was man nicht ändern kann, mit dem muss man leben&amp;#160;&amp;ndash; oder gehen. Wir haben die größenwahnsinnige Weltverbesserer-Attitüde der frühen 20er endlich abgelegt und weinen ihr nur nach, wenn uns einer dieser seltenen schwachen Momente erwischt, in denen etwas bis an unsere Seele vordringt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch im innersten Suchen ist eine Lücke, eine leere Stelle, die sich nach dem Verrückten und Extremen sehnt. Ein unerfülltes Loch, das wir mit niveauvollen Alkoholika zu nivellieren suchen. Mit masochistischem oder gefährlichem Sport, fanatischem Musizieren, oder&amp;#160;&amp;ndash; insofern unser neuer Beruf es uns finanziell erlaubt&amp;#160;&amp;ndash; mit schnellen Autos oder eigenen Kindern und eigenen Häusern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir 30er sind ein Vulkan. Nur die meisten von uns ein für immer schlafender. Die anderen werden in zehn Jahren ganz wo anders sein. 
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    <pubDate>Sat, 27 Nov 2010 14:57:00 +0100</pubDate>
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    <title>Back and Forth</title>
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    I&#039;m looking forward to finding the way back to my way of looking forward to things in life. 
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    <pubDate>Sun, 28 Mar 2010 15:25:11 +0200</pubDate>
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    <title>Lebensabschnittshymnen</title>
    <link>http://zwei.drni.de/archives/873-Lebensabschnittshymnen.html</link>
            <category>Gedanken gehen ihren Gang</category>
    
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    Man starrt vor sich hin und hört in der Endlossschleife einen Song. Menschen, Autos, Wolken ziehen unbeteiligt vorbei, Stunde um Stunde. Das ist die Lebensabschnittshymne, die einen am Anfang oder am Ende eines solchen Abschnitts hinterrücks überfällt, dann fesselt, und ein Leben lang nicht mehr loslässt. Das Lied ist verseucht und verdorben für den Rest aller Tage, mag es auch noch so schön sein. Man hört es danach nie wieder. Oder zumindest nie wieder mit den gleichen Ohren. 
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    <pubDate>Tue, 24 Nov 2009 15:27:00 +0100</pubDate>
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    <title>Berlin und ich. Was ist das?</title>
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    &lt;div class=&quot;drniLeft&quot;&gt;&lt;img  class=&quot;drniLeft&quot; src=&quot;http://www.drni.de/niels/weblog/pix/marzahn.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/div&gt;Ich sitze in der typisch städtischen Wohnung meiner Berliner Gastgeberin auf der Schüssel und blättere in einer Ausgabe der Neon. Hohe Decken, zum Teil zweiflüglige Türen, ziemlich groß und ziemlich viel günstiger als Tübingen. In der Neon bekennt eine gewisse Michaela Förster,&amp;#160;24: &amp;raquo;Ich pinkel jeden Morgen in die Dusche. Multitasking nenne ich das.&amp;laquo; Das dazugehörige Foto ist unterschrieben mit: &amp;raquo;Michaela: lila Top von Ben, 45&amp;#160;Euro; Minirock von Replay, 189&amp;#160;Euro; hohe Turnschuhe von Puma by Alexander McQueen, 150&amp;#160;Euro.&amp;laquo;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige viele Neon-Bekenntnisse später&amp;#160;&amp;ndash; davon nur ein einziges weiteres zum Thema Pinkeln&amp;#160;&amp;ndash; powerfläze ich im Sessel, die Sonne scheint herein und ich überlege mir, ob ich mit dem ausgeliehenen MacBook nicht in ein Café gehen sollte. So stelle ich mir als Landei den hippen Kreativberliner vor. Genussvoll wälzt er sich in seiner gespielten Armut der digitalen Bohème mit seinem Edel-Laptop, Latte Macchiato zullend. Die Vorstellung erinnert an das Musik machen zusammen mit Kiffern, wenn man selber nicht kifft. Sie finden es alle furchtbar lustig und vor allem unendlich kreativ, aber man selbst langweilt sich zu Tode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gestern in &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Marzahn#Marzahn_als_Projektgebiet_einer_Gro.C3.9Fsiedlung_und_als_Bezirk&quot;&gt;Marzahn&lt;/a&gt;, zum Sightseeing. Das andere Berlin. Plattenbauten bis zum Horizont. Schon nach einer Stunde Stadtspaziergang die Beklemmung. Keine Cafés in denen jemand mit einem MacBook sitzen könnte. Schnell wollen wir wieder fort von dem Ort, an den tausende jeden Abend von der Arbeit zurückkehren, der für tausende Heimat ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sitze ich also mit meinem kratzigen Arbeitskleidungspulli in Berlin, gedanklich zwischen Pinkelmichaela im 189-Euro-Minirock und diesem Typen im Anzug aus echtem Joggins in Marzahn. Berlin, was ist das? Ich weiß es weniger als zuvor. Es wird Zeit, hinaus zu gehen auf die Straßen und rein in die Bahn des Untergrunds und wo anders wieder herausfallen und mehr herausfinden. Mehr herausfinden über mich und Berlin. 
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    <pubDate>Mon, 19 Oct 2009 11:03:00 +0200</pubDate>
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    <title>Computer Kids</title>
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    Die Generation Golf kannte Nerds, die damals Freaks hießen, die mit dem &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Commodore_64&quot;&gt;Brotkasten&lt;/a&gt; programmierten. Auch der Z80 oder ein früher Apple waren dabei. Florian Illies beschreibt die Figur des Rüdiger in seinem Buch &lt;em&gt;Generation Golf&lt;/em&gt; unter anderem so:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;»Rüdiger hieß tatsächlich so und war einer jener Menschen, die später Mathe- und Physik-Leistungskurs wählten, damals schon &lt;em&gt;P.M.&lt;/em&gt; lasen und schwarze Aktenkoffer hatten, einen Commodore&amp;#160;64 und großporige Pickel, aber nie eine Freundin.«&lt;/blockquote&gt;Meine Pubertät fiel in die 90er und ich damit raus aus der Generation Golf. Der Golf war eine feste Größe geworden und man widmete sich lieber Green Day oder Nirvana. Und der Computer war der PC geworden. Ende der 80er hatte man schon den Zweisechsundachtziger (aka &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Intel_80286&quot;&gt;Intel 80286&lt;/a&gt;) und mit 13 Jahren war ich der König mit einem Dreisechundachziger mit dreifarbiger Hercules Monochrom-Grafik (schwarz, gelb, hellgelb) und der unglaublichen Präsenz einer Thin Ethernet Netzwerkschnittstelle sowie einem Wahnsinns-Arbeitsspeicher mit einer Größe von acht Megabyte. Die Festplatte hatte 170&amp;#160;Megabyte und man fragte sich, wie man die jemals voll kriegen sollte, nicht mal Windows für Workgroups brauchte annähernd so viel Platz. So viel zur Nostalgie. Doch wichtiger war das (anti)soziale Drumherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 13&amp;#160;Jahren begann ich also, einen Teil meines späteren Berufs als Hobby anzufangen. Es hieß QuickBasic und war schlichtweg genial. Der Kleine Pimpf DrNI begriff sofort, dass er die volle Macht über diesen grauen Kasten haben konnte, würde er nur genug vom Programmieren begreifen. Das Ding würde einfach alles tun, was man ihm sagte. Man würde sogar nur mit seiner eigenen gedanklichen Leistung ein Programm schreiben können, das noch nie jemand zuvor geschrieben hatte. Es war gigantisch. Doch nach langer Nacht kam schon am Morgen im Schulbus die Realität in Form der Mitschüler. Die machten normalere Dinge wie Fußball spielen, Bravo lesen, die Jeans der richtigen Marke shoppen und die eigene Biologie erkunden. Und DrNI war ihnen nie so richtig geheuer. Schon in der Grundschule hatte dieser mit Routine elektromechanische Gerätschaften mit Fischertechnik zusammengetüftelt und jetzt wurde alles nur noch schlimmer. Ergo folgte bald das Fischertechnik Computing Interface&amp;#160;&amp;ndash; die herrlichste aller Symbiosen: Die technische, quasi hardware-seitige Gestaltungsfreiheit von Fischertechnik gepaart mit der Allmachtsphantasie der Software. Es war eine geile Zeit im Kinderzimmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie hassten mich, aber sie wussten noch weniger wie ich, warum. Im Schulsport stellten sie mich ins Tor, wo ich versagte. Die Mädchen machten die ersten Erfahrungen mit Kindermännern aus der Neunten und verspotteten uns aus der Siebten für unser frühes Entwicklungsstadium. &lt;em&gt;Informationstechnisches Grundwissen&lt;/em&gt; hieß eine Lehrplaneinheit im Matheunterricht der Achten, in der es am Schluss keine Benotung gab, weil alle außer mir durchgefallen wären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch dann kam langsam der PC bei der Masse an und damit wurde aus Hass eine Hassliebe. Als ich mit 13 in QuickBasic meine ersten Schritte unternahm, da schwitzte Tim Berners-Lee vermutlich gerade über dem ersten Prototyp eines Webservers. Wer ein Modem hatte, der hatte vielleicht schon ein 14,4er&amp;#160;&amp;ndash; unser heutiger DSL-Annschluss ist ca. 1388 Mal schneller. Mit dem Modem konnte man sich zu einer &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Mailbox_(Computer)&quot;&gt;Mailbox&lt;/a&gt; verbinden&amp;#160;&amp;ndash; natürlich zum teuren Minutentarif&amp;#160;&amp;ndash; um mit etwas Glück mit anderen Langhaarigen einen Chat haben. Doch der Kern der Geschichte: Es gab weder Google noch Wikipedia noch überhaupt irgendwie Internet für die Leute außerhalb der Universitäten. Wer was wissen wollte, der ging in die Bücherei, die über Computer kaum was hatte, kaufte in der fernen Kleinstadt Tübingen ein teures Buch, oder fragte seinen Freak-Vater, insofern er einen hatte. &lt;em&gt;Er&lt;/em&gt; ist schon richtig, denn Mädchen mit Programmierabsichten waren zunächst nicht gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;drniCenter&quot;&gt;&lt;img  class=&quot;drniCenter&quot;  src=&quot;http://www.drni.de/niels/weblog/pix/coyote-router.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/div&gt;In dieser Informationswüste ohne Verbindung zwischen den einzelnen Rechnern gab es mich und ich hatte eine Schachtel mit Disketten. Eine DOS-Bootdiskette und eine Diskette mit F-Prot Antivirus und noch diverse andere Arzneien. Außerdem befand sich in der Schachtel ein Kreuzschlitz-Schraubendreher. Trotz der nicht vorhandenen Verbindung zwischen Rechnern fingen sich so ab der Neunten die fast schon Alltag gewordenen Computer der  Mitschüler  immer wieder Krankheiten ein. Man unterschied zwischen normalen Viren und Bootsektor-Viren. Die Hardware machte öfter mal Abkacker, denn der PC war ein Billigprodukt für den Massenmarkt geworden. Auch gab es Rechner, in denen die Einzelteile herumpolterten, weil man sie mal aus Versehen vom Tisch hatte fallen lassen. Mit der Alltagwerdung des Computers begann die Liebe zum Freak. Man mochte ihn nicht, er sah komisch aus, redete öfter wirres Zeug und tat mit dem eigenen digitalen Schätzchen seltsame Dinge. Aber am Schluss war die Kiste zumeist geheilt und man konnte wieder seine Spiele zocken, und dafür liebte man den eigentlich ungebetenen Gast.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Neunziger rasten und Tim Berners-Lee hatte das Monster gestartet. Unaufhaltsam krochen Internet und World Wide Web in die Schulen und dann in die elterlichen Arbeitszimmer. Man begann, wenn auch zunächst nur zögerlich, mit dem Aufpumpen der Dotcom-Blase. Der Computer war überall und nun waren auch schon Kleinselbstständige und selbst Lehrer von ihm abhängig geworden. Der Freak konnte so schon im Schüleralter mit kleinen Dienstleistungen sein Taschengeld merklich aufbessern. Was ihm die Mitschüler neideten. Das erste mal im Web surfte ich an meines Vaters Arbeitsplatz in der Universität. Damals wusste ich noch nicht, was das bedeutete, doch schon um die Jahrtausendwende verdiente ich Geld mit dem Web. Die Verbindung von Programmierung und Webdesign, was heute Routine ist und Web Application heißt, da konnte damals die ortsansässige Konkurrenz nicht mitziehen. Die waren froh, wenn sie &lt;em&gt;Hello World&lt;/em&gt; in JavaScript konnten, während der Freak auf JavaScript herabgrinste und sich überlegte, ob er serverseitig lieber Perl oder PHP benutzen wollte, während Offline-Anwendungen gerne in Object Pascal aka Delphi entwickelt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Derartiger Multilingualismus war der Normalbevölkerung (»On/Off - soll ich da mal draufdrücken?«) natürlich keine Anerkennung wert. Auch die Fähigkeit, einen Linux-Rechner mit einer Menge Virtual Hosts zu administrieren, fand keinen Anklang. Noch weniger Anklang fand die Entscheidung, das von mir im persönlichen Betrieb schon 1998 gänzlich abgeschaffte Microsoft Windows bei anderen Leuten nur noch bei guter Bezahlung zu reparieren. Doch was wollten sie machen, sie hatten sich abhängig gemacht, da sie die Technologie, nicht aber das Know-How erworben hatten. Reich wurde ich nie, aber es war für Schülerverhältnisse ein angenehmer Wohlstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel zu all dem formierte sich eine kleine Gruppe Pubertierender, die sich eine jugendliche Gegenkultur erschuf. Unsere Helden waren wie wir keine Helden aus der Bundesliga oder aus der Glotze, sondern eher Assembler-Programmierer oder Kernel-Hacker. Mehrmals trafen wir uns mit unseren Computern, um spontan größere Netzwerke aufzubauen; natürlich mit Thin Ethernet, denn das gab es nun überall billig. Wir tranken teure aus den USA importierte Jolt Cola und fraßen tonnenweise ekelhafte Fertigpizzen. Dazu zockten wir Doom oder Quake, rippten in halber Echtzeit die ersten MP3s, aber nur die wichtigsten Songs, denn Festplatten waren von der Kapazität her kaum größer als CDs. Zum Standard bei solchen Meetings, die wir &lt;a href=&quot;http://www.hip97.nl/&quot;&gt;nach einem großen Vorbild&lt;/a&gt; schlicht &lt;em&gt;HIP&lt;/em&gt; nannten, gehörte allerdings auch das Programmieren in allen möglichen Sprachen und das konfigurieren aller möglicher Hard- und Software. Wir bauten uns aus alten Rechnern mittels speziellen Linux-Distributionen unsere NAT-Router selbst, denn damals waren diese Kästchen unerschwinglich, die heute bei jedem DSL-Anschluss gratis mitgeliefert werden. Wir lernten Mädchen über das Internet kennen und der eine oder andere verliebte sich. Auch das wurde von &lt;em&gt;den anderen&lt;/em&gt; mindestens als sonderbar angesehen, in Einzelfällen vielleicht sogar als pervers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute scheint es sie nicht mehr zu geben, die Computer Kids. Die Computer von heute heißen iMac und sind keine Herausforderung mehr. Man schaltet sie ein, dann tun sie was man will. Und wenn nicht, dann nölt man in seinem Blog herum. Oder man findet via Google in Minuten eine Lösung oder gar ein Programm, das die neue Aufgabe kostenlos für einen übernimmt. In den 90ern tat der Computer erst mal nichts Spannendes aber mit QuickBasic konnte man ihn besiegen. Er war eine Herausforderung, die geknackt werden musste. Und wer Wissen hatte, der hatte ein Privileg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein Informatiklehrer sagte Jahre später mal, kein Jahrgang nach uns habe uns seitdem toppen können, was die Fertigkeit im Umgang mit Computern angehe. Doch fehlender Nachwuchs macht mich nur rarer und damit teurer. Auch die Haltung der &lt;em&gt;anderen&lt;/em&gt; von damals ist mir gleichgültig geworden. 
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    <pubDate>Fri, 07 Aug 2009 18:01:00 +0200</pubDate>
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    <title>Wie das halt bei manchem so läuft</title>
    <link>http://zwei.drni.de/archives/654-Wie-das-halt-bei-manchem-so-laeuft.html</link>
            <category>Gedanken gehen ihren Gang</category>
    
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    &lt;div style=&quot;position:relative; float:left; margin-bottom:10px; margin-left:0px; margin-right:10px; width:auto; height:auto;&quot; &gt;&lt;img style=&quot;border: solid 1px; vertical-align:text-bottom&quot; src=&quot;http://www.drni.de/niels/weblog/pix/sturzmoewe.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/div&gt;Irgendwann ist es dann vorbei mit dem vielen Bumsen, es läuft halt so aus, wie wenn beim Benziner der Sprit ausgeht. Rollt aus, immer weniger Gas, dann Stillstand. Dann bist du aber schon alt und fett geworden und schlecht verkäuflich auf dem Markt. Also eben der Alkohol, kippst dir halt die Birne zu, ist ja besser als gar nichts zu tun, irgendwie, abschneiden will man die entsprechenden Teile ja auch nicht. Und Golf ist auch nichts für dich. Wenn doch irgendwie Langeweile aufkommt, verprügelst du deine inzwischen aus den Windeln gekommenen Verhütungsunfälle, deine Frau lieber nicht, die hat dieses gefährliche Nudelholz und die langen Messer in der Schublade, man weiß ja nie. Schwach geworden bist du über die Jahre, und dein Geist ernährt sich nur noch von noch Schwächeren und von den Gebetsmühlen, in denen du plapperst, was für ein Held du doch immer schon warst, während dein Gehirn täglich degeneriert und die Hände langsam zu sehr zittern, um die kleinen Ärsche der Jungs noch richtig zu  treffen. Dann irgendwann bist du 40 oder 50, im Job geht es abwärts, deine Performance ist schon lange nicht mehr erwähnenswert, und krank bist du mehr als du Urlaub hast. Dein Chef ist ein Arschloch und will dich loswerden, aber was weiß der schon über das mit dem Bumsen, der hat ja alles, was man im Leben so braucht und noch viel mehr. Ja so wie der müsste man sein. Ein Arschloch? Das bist du schon längst, aber wie alle Drogenabhängigen schon lange gänzlich merkbefreit, schon lange in der eigenen Welt, in der der allgegenwärtige Höhenflug ein einziger Absturz ist, was aber nur in den seltenen Momenten tieftrauriger Nüchternheit steinschlagartig in dein Bewußtsein hagelt und sofort eine neue Bedröhnung fordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie hoch kann man fallen, um es nicht zu überleben? Das weiß an seinem Ende nur jeder alleine. 
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    <pubDate>Thu, 16 Oct 2008 09:22:00 +0200</pubDate>
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    <title>Kupferstücke</title>
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            <category>Gedanken gehen ihren Gang</category>
    
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    Ich stecke ein 2¢-Stück in ein Grasbüschel auf dem Felsen und stelle mir einen Archäologen der Zukunft vor. Gerade mit seinem Glider hier gelandet, den Furz vom Mittagessen noch im Strahlenanzug steckend, entdeckt er dieses runde Etwas aus Kupfer und fängt an, sich Fragen zu stellen: Was ist das, wie kam es hierher? Der Analysator meldet, es sei aus der Zeit vor dem ersten Atomkrieg. 
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    <pubDate>Tue, 26 Aug 2008 13:02:34 +0200</pubDate>
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    <title>Identitäten</title>
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            <category>Gedanken gehen ihren Gang</category>
    
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    Wie viele Sätze mit »Ich bin« am Anfang und danach einer sinnvollen Angabe kann man aufschreiben, ohne sich selbst zu widersprechen? 
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    <pubDate>Fri, 01 Aug 2008 22:55:43 +0200</pubDate>
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    <title>Gedanken an eine Landjugend</title>
    <link>http://zwei.drni.de/archives/589-Gedanken-an-eine-Landjugend.html</link>
            <category>Gedanken gehen ihren Gang</category>
            <category>Musik</category>
    
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    Und dann sitze ich hier mit meiner Tasskaff und höre &lt;em&gt;Dr tägliche Wahn&lt;/em&gt; von &lt;a href=&quot;http://www.schwoissfuass.de&quot;&gt;Schwoißfuaß&lt;/a&gt; und denke an meine sogenannte Jugend. Eine Zeit, in der dieser Song schon lange ein Klassiker war, war doch jazzrockige die LP &lt;em&gt;Schwobarock&lt;/em&gt; schon zwei Monate vor meiner Geburt auf dem Markt. Doch das Stück traf unseren Nerv: Das Privileg der Jugend ist es, alles Unsinnige unsinnig und alles Schlechte schlecht zu finden. Erwachsen werden heißt, sich damit abzufinden und mitzumachen bei all dem, das unsinnig und schlecht ist, wohl wissend aber ignorierend dass es so ist. Und so ganz erwachsen fühle ich mich nicht und ich will es auch nie sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sogenannten Erwachsenen sitzen im ländlichen Schwabenland in Kneipen und reden schlecht über andere Menschen, über solche die kein Schweinefleisch essen und uns die hoch geschätzen Arbeitsplätze wegnehmen. Sie erklären der sogenannten Jugend, mit 40 werde auch sie Schürzenjäger und Wildecker Herzbuben gut finden und hören. Der nächste Gedanke wird nicht im Keim erstickt sondern vor seiner Gedankenwerdung erst mal in Bier ertränkt. Das ist es, was eine schwäbische Landjugend so mit sich bringt, die permanente Kollision mit den oral exkrementierenden Mostseggeln in der Kneipe. Das ist es, warum &lt;em&gt;Dr tägliche Wahn&lt;/em&gt; aktuell ist, so heißt es doch im Lied:&lt;blockquote&gt;»MacDonalds, Baccardi, Wienerwald - Bis d&#039;Mayonäse nô so schpritzt&lt;br /&gt;
Ond Plaschtikmenscha schreiat, weil&#039;s Hirn em Arschloch sitzt!«&lt;/blockquote&gt;Rückblende. Der C. und ich gehen zu Fuß. Fahrrad oder Füße (der schwäbische Fuß schließt das Bein mit ein) sind die Fortbewegungsmittel der Landjugend, vielleicht auch das Mofa. »My feet are my only carriage, so I gotta push on through« (Bob Marley&amp;#160;&amp;ndash; No Woman No Cry). Die Fahrräder laufen nebenher. Es ist Sommer, es ist morgens, es ist kalt, wir sind immer noch auf Droge Alkohol. Endlich wenigstens im Kaff angekommen setzen wir uns auf den Bürgersteig vor einem Kippenautomaten, der C. investiert seine letzten Kröten in blaue Gullis und wir sitzen da so und drehen Strohhalme, die zu Hauf auf der Straße liegen, bei der Ernte vom Hänger gesegelt, und rauchen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist das Alter der großen bewussten und unbewussten Selbsterkenntnisse.  Der A. erkannte zum Beispiel, wenn auch vermutlich unbewusst, dass sein Auftreten als Neonazi seinen Vater aufregen dürfte. Ein Grundpfeiler jeglichen pubertären Daseins: Die Eltern aufregen. Ich hatte irgendwann zuvor erkannt, dass ich zwar elementar Noten lesen konnte, in fast vier Jahren Unterricht aber nichts bandtaugliches am Instrument gelernt hatte. Noch nichts gelernt hatte ich außerdem über die Sache mit Mädchen. Dass Fräulein vom Bumsen schwanger wird, wenn man kein Gummi benutzt, ja das war mir schon klar. Aber das war eine theoretische Erkenntnis, die mal in der Schule vermittelt worden war. Der C. war da einen Schritt weiter. An diesem Sonntagmorgen vor dem Kippenautomat. Eine alte Frau kam vorbei und meinte smalltalkend: »Soo, isch ma aô scho auf!« Das »jo, emmr noh« schluckten wir runter. Als sie weg war platzte der C. mit seiner Erkenntnis raus: Ich bin bisexuell! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;position:relative; text-align: center; margin-bottom:10px; margin-top:10px; width:auto; height:auto;&quot; &gt;&lt;img style=&quot;border: solid 1px; &quot; src=&quot;http://www.drni.de/niels/weblog/pix/ottweiler.jpg&quot; alt=&quot;Bierdosen Marke Ottweiler in einem Körbchen&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;Die billigste und schlechteste Alltagsdroge einer schwäbischen Landjugend.&lt;/small&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
Nun, es war eine lange Nacht gewesen, und ich hatte meiner trüben Erinnerung zufolge Stunden damit verbracht, an einer Bar zu hängen und mich zu fragen, ob ein Loch ohne das Material drumrum noch ein Loch sei oder einfach nicht existent. Was der C. solange gemacht hatte, wusste ich nicht. Aber ich hatte nun, vor dem Kippenautomat sitzend, so meine Vermutungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesem verheißungsvollen Morgen sollte in der Landjugend des C. und mir noch viel Unheil geschehen. Vom &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Unimog&quot;&gt;Unimog&lt;/a&gt; überfahren aber überlebt, sitzen geblieben, von Lehrern und Mitschülern terrorisiert, diverse Ausbildungen angefangen und abgebrochen, Erfahrungen mit Substanzen, Geld ausgeben für Blödsinn, sich mit den Eltern prügeln, jede Menge Blood, Sweat, and Tears. Die ersten Urlaube ohne Eltern. Allem gemein und ebenso typisch: Man ist halt der Depp. Nichts wert. Exakt die Stelle, an der wieder Schoißfuaß mit ihrer vorletzten Platte &lt;em&gt;Auf dr Stroß&lt;/em&gt; (On the Road) einhaken. Songs wie der ultimative Hit dieser Kapelle, &lt;em&gt;Oinr isch emmr der Arsch&lt;/em&gt; kann ich heute noch auswendig. Und der &lt;em&gt;Hass auf d&#039;Schual&lt;/em&gt; ist immer noch nicht abgeklungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;center&gt;&lt;object width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/oyM2d-xVFyI&amp;hl=en&amp;fs=1&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/oyM2d-xVFyI&amp;hl=en&amp;fs=1&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;Das Video ist irrelevant. Der Ton ist die Musik. (&lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=oyM2d-xVFyI&quot;&gt;DirektRöhre&lt;/a&gt;)&lt;/small&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;
Dennoch sollte man das Potential einer schwäbischen Landjugend nie unterschätzen: Wenn man den Absprung rechtzeitig schafft, dann kann alles nur besser werden. Beim C. schien der Absprung geschafft. Aber er kehrte zurück. Hat nun einen gepflegten Job im Büro, ist richtig schwul, und sagt, beim MacDonalds im Osten Deutschlands schmecke es besser, weil dort Deutsche arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn er vierzig ist, dann lade ich Schwoißfuaß in den Player und drehe auf, diese Killertaler Zitzenjäger hält man ja im Kopf nicht aus! Und dann, und auch jetzt zum Abschluss des Posts, von der letzten Platte, die Schwoißfuaß jemals machte, von der &lt;em&gt;Rattakarma&lt;/em&gt;: Der Klassiker &lt;em&gt;I muaß hoim&lt;/em&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wo ist das? Da wo meine Sprache ist? Oder da wo auch Gehirne wohnen? 
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    <pubDate>Mon, 21 Jul 2008 12:32:00 +0200</pubDate>
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    <title>Stille Straße</title>
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            <category>Gedanken gehen ihren Gang</category>
    
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    Das Haus ist groß und still. Wie alle Häuser dieser Straße. Keine Autos, keine Kinder. So liegt sie da, die Straße, und warten auf den Abend, wenn ihre Bewohner aus den Büros kommen, in denen sie ihre Krawatten herumtragen und mit Geschick die Welten lenken. Wie die Menschen wirklich sind, das erkennt man an den Dingen, die ihnen als selbstverständlich gelten. 
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    <pubDate>Tue, 25 Mar 2008 00:51:00 +0100</pubDate>
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    <title>Surreale Szene</title>
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    Auf dem weißen Throne sitzend, fotografisches Interesse heuchelnd in einem Bildband des Herrn Newton blätternd, eine Frau, bekleidet mit Luft, hängt am Gabelstapler, roter Lippenstift und rote Nägel, die Scham nicht bedeckt, nur verziert mit einem Büschel von rötlich wirkendem   Haar. Von unten durch die Fliesen dringt lautstarkes Simultanorgasmusizieren. Insgesamt eine surreale Szene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spülung. 
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    <pubDate>Sat, 01 Mar 2008 14:32:00 +0100</pubDate>
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    <title>Der gelbe Mann</title>
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    Da sitze ich, über meinem Earl Grey. Dann: Der Postmann klingelt und er entschuldigt sich dafür, dass er sich meinen Namen nicht merken kann. Er müsse so viele Bezirke zusätzlich machen, obwohl das hier sein Stammbezirk sei. So steht er da, mit seiner großen Brille, etwas unförmig in seiner DHL-Kutte und sieht ein bisschen unglücklich aus, so ein bisschen wie ein Kind, dem der Lutscher in den Sandkasten gefallen ist. »Das macht doch nichts«, versichere ich ihm, ungewollt mit einer Stimme als hätte ich eine ganze Packung Lutscher in einer unsichtbaren Tasche bei mir, so als wäre das Unglück gar keines. Ich unterschreibe auf dem Display seiner Maschine (wer kann diese Unterschrift jemals der meinigen zuordnen?) und wünsche ihm einen guten Tag. Er klettert in sein gelbes DHL-Auto und weg ist er. Bis ihm der nächste Lutscher in den Sandkasten fällt. Neulich hab ich ihn mit zahlreichen Paketen in der Uni gesehen, gewiss nicht sein Stammbezirk. Ganz wo anders.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kehre zurück zu meinem Earl Grey und lade das Album &lt;em&gt;Help!&lt;/em&gt; einer britischen Popgruppe in den Player. »We&#039;ll make a film about a man who&#039;s sad and lonely&amp;#160;/ and all I got to do is act naturally.«  
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    <pubDate>Tue, 05 Feb 2008 11:07:00 +0100</pubDate>
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    <title>Schullandheim und andere Irrwege</title>
    <link>http://zwei.drni.de/archives/326-Schullandheim-und-andere-Irrwege.html</link>
            <category>Gedanken gehen ihren Gang</category>
    
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    Man merkt, daß man alt wird, wenn man sich vermehrt an frühere Zeiten erinnert und davon schwafelt. Heute erging es mir spontan beim Frühstück mit dem Mitbewohner so. Und zwar überkam mich wie vom Blitz getroffen das Schullandheim in der neunten Klasse, eine Woche in Schillig. Das ist an der Nordsee, also für Ortsunkundige vereinfacht gesagt: Man trottelt von Wilhelmshaven immer an der westlichen Wasserkante entlang bis man an dem Knick ist, wo man nicht mehr nach Norden sondern nach Westen geht. Google-Erdisten geben einfach dies hier in die Suchbox ein: &lt;tt&gt;53°42&#039;10.77&quot;N 8° 1&#039;23.65&quot;E&lt;/tt&gt;. Schillig an sich ist, oder vielmehr war zu der Zeit als ich in der neunten war, ein kleiner verschlafener Nordseeurlaubsort. Es gab einen Supermarkt einer mir entfallenen Kette, in dem auch ich mit meinen fünfzehn Jahren Zigaretten kaufen konnte, obwohl ich nur gelegentlich rauchte, warum überhaupt weiß ich nicht. Alkohol interessierte mich im Gegensatz zu vielen Mitschülern nicht so sehr, auch wenn ich damals schon ab und an ein passables Glas Wein im Elternhaus zu genießen bekam. Oder vielleicht gerade deswegen, das sich zuschütten um sein um des Zuschüttens Willen wollte mir (noch) nicht so recht einleuchten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ansonsten war ich ein braver Junge, der nirgends dazugehörte. Ich hatte lange, ungepflegte Haare und eine häßliche Brille. Zwei Tatsachen, derer ich mir nicht wirklich bewußt war. Die jungen Damen waren zu weiten Teilen schon mit ansehnlichen mädchenhaft-weiblichen Attributen ausgestattet. Und auch vernünftig genug, um sich nicht für mich zu interessieren. Ich schaltete auf Gegenprogramm, fand einen Fjällräven-Parka irgendwo im Haus, der meiner Mutter wohl mal gepasst haben mochte und sabotierte damit den gängigen Militär-Style, denn meine Jacke war ja nicht vom Militär. Aber außer mir sah das mal wieder niemand so. So stand ich also dort in diesem Aufzug und mit meiner Pentax ME Super. Das ist die Kamera, die mir mein Opa noch zu Lebzeiten überließ, ob schweren oder leichten Herzens weiß ich nicht, mit seiner gelähmten Hand konnte er herzunabhängig die Kamera nicht mehr halten. Es ist auch die Kamera, mit der ich heute noch die Fotos mache, die ich selbst am besten finde. Ein paar mehr oder weniger sehenswerte Exemplare mag der Leser hier online finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div style=&quot;position:relative; text-align: center; margin-bottom:10px; margin-top:10px; width:auto; height:auto;&quot; &gt;&lt;img style=&quot;border: solid 1px; &quot; src=&quot;http://www.drni.de/niels/weblog/pix/kadaver.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
So stand ich also am Strand von Wangerooge, man hatte sich für einen Tagesausflug dort hin begeben. Die Kamera umhängend, das Zoom-Objektiv drauf, es war ja ein heller Tag, da konnte man sich den Lichtverlust leisten. Ein paar sonnten sich, obwohl der Wind kühl war, die E. und die M. sprangen mutig in die kalten Fluten. Fast alle waren glücklich. Der J. war überglücklich. Er war ebenfalls ein Außenseiter, konnte dies jedoch durch seine Anstellung als Klassenkasper auf Lebenszeit kompensieren. An diesem Tag hatte er eine damals durchaus angesagt Kappe mit Schild auf. Es war vielmehr ein Stirnband mit Schild, oben lugte also seine etwas lang gewordene Rasenmäherfrisur heraus. Der Schild war rot-transparent. Das Konstrukt trug er doppelt verkehrt herum: Nicht nur war der Schild hinten, er zeigte auch gen blauen Nordseehimmel. Doch ähnlich wie eine Pentax ME Super in diesem Umfeld nicht für Coolness sorgen konnte war auch diese Mode nicht von großem Nutzen. Chaotisch-kreativ wie er war konnte der J. alsbald Abhilfe schaffen: Fortan trug er in der entstandenen Kuhle zwischen Schild und Kopf den Kadaver einer Möwe mit sich herum. Die Beachtung durch die Mitschüler war damit garantiert - die Mädchen, allen voran die S., von der ich heimlich träumte, die aber angeblich schon mit dem M1. etwas getan hatte, von dem eigentlich alle Jungs nur träumten, fanden die Aktion sehr sehr eklig. Aber sie mochten ihn trotzdem, er gehörte dazu. Ich stand daneben und drückte ab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da war dann noch der M2. Der war gar nicht dabei, denn er war krank. Ich bekam irgendwie das Gefühl nicht los, daß er erst richtig krank geworden war, als er sich klar wurde, daß er mit dieser Klasse ins Schullandheim gehen sollte. Zwei fehlen auf dem Klassenfoto: Er, und ich als der Kerl hinter der Kamera. Aber wir hatten noch mehr gemeinsam: Wir waren das Ende der Hackordnung. Zu meiner Schande muß ich gestehen, daß ich mich nie mit ihm solidarisierte sondern es asozialerweise immer genoß, daß wenigstens noch einer unter mir war. Über uns kam lange nichts, und dann der Klassenkasper. Dazwischen war  die Grenze zwischen irgendwie anerkannt und einfach unten durch. Heute verstehen wir uns ganz gut, der M2 und ich. Wenn er aus der fernen Stadt kommt, in der er einen Beruf gefunden hat, den er zu lieben und zu leben scheint, dann sprechen wir von unseren politischen Meinungen, die unabhängig voneinander in die gleiche Richtung gegangen sind. Wir gehen vielleicht zu einem Konzert und haben eine gute Zeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die Schule sprechen wir jedoch nicht. Obwohl ich zwischendrin zwangsweise den Abiturjahrgang wechselte (eine andere, fast noch längere Geschichte) gehe ich auch nicht mehr zu den Nachtreffen. Das dort von mir vorherrschende Bild ist zu staubig, zu veraltet. Und wozu Energie aufwenden, das Bild aus den Köpfen zu meißeln und ein anderes hineinzupflanzen? Mittlerweile kenne ich genug anständige Menschen, bei denen man sich diesen Aufwand ersparen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mittlerweile habe ich Freunde. 
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    <pubDate>Sat, 11 Aug 2007 13:53:00 +0200</pubDate>
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    <title>The Boys with Kaleidoscope Eyes</title>
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            <category>Gedanken gehen ihren Gang</category>
    
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    &lt;div style=&quot;position:relative; margin-bottom:10px; margin-left:0px; width:auto; height:auto;&quot; &gt;&lt;img style=&quot;border: solid 1px; vertical-align:text-bottom&quot; src=&quot;http://www.drni.de/niels/weblog/pix/mehr-wolken.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/div&gt;Und so sitzen wir hier. Kneipe oder gutbürgerliches Lokal, eine Mischform. Ihr erzählt euch so einiges. Habt eine schmale gemeinsame Basis gefunden, einen kleinen Common Ground auf dem sich zwei doch so unterschiedliche Charaktere einfinden und ein verbales Tänzchen abhalten. Wie das ist, auf dem Trip. Lautstarke, alkoholgeschwängerte Auslegungen der kleinen Cubes, durch die Tauben fliegen, die Kondensstreifen aus kleinen Bobbels hinterlassen. Und Darth Vader im Wandschrank. Und wie der Hubschrauber aus Pink Floyds &lt;em&gt;The Wall&lt;/em&gt; tatsächlich landet oder auch doch nicht. Was wer schon wie alles genommen hat, aus welchem Medizinschrank es ausgebüchst war, wie dosiert und wie gespritzt, geschluckt, die Nase durchgezogen. Die Namen der Stoffe und Medikamente sind zahlreich und prallen an mir ab. »Das war alles so vor acht bis zehn Jahren«, versichert mir mein Gegenüber. Und es setzt hinzu: »Heute mache ich das nicht mehr.« &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sitze und lausche. Eigene Erfahrungen kann ich zum Thema nicht beitragen. Ich kann nicht mitreden. Aber irgendwie bin ich froh darüber. Zwischendurch frage ich mich, ob es ein Thema zum Herumposaunen in einer Kneipe ist. Oder zum Bloggen. Mein Begleiter tut was er immer tut wenn er nicht gehen möchte und auch nicht will, das jemand geht: Er bindet uns mit ausgegebenen Getränken an den Tisch. Er ist schon beim dritten Weizen und als er mich abholte wehte schon eine leichte Fahne. Sie reden noch eine Weile über all die bösen Stoffe, die sie früher zu sich genommen haben und werden Stück für Stück legal betrunken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich denke zurück an die alten Zeiten über die sich die zwei austauschen. Ich war der Außenseiter. Für die einen, weil ich mit &lt;em&gt;solchen Leuten&lt;/em&gt; Kontakt hatte. Für die &lt;em&gt;solchen Leute&lt;/em&gt; wegen meiner strikten Drogenabstinenz. Eine Abstinenz, die ich heute noch immer wieder bei diversen allgemeinen Verkehrskontrollen unter Beweis stellen darf. Einer der so aussieht, und so weiter. Einer der so aussieht, der kann auch mal an der Bundesstraße die Hosen runter lassen und in einen Becher strullen. Und die Polizisten sind dann enttäuscht, weil sie nichts finden können. Und dazu immer noch recht unfreundlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber heute machen wir das alles nicht mehr, so der Konsens der oben Genannten. Dann setzen sie sich besoffen ins Auto und der eine bringt den anderen nach Hause. Ich genieße Tübingen und fahre mit dem Bus. Der wie immer grobschlächtige Fahrstil des Busfahrers gibt mir dieses Mal ein Gefühl der Sicherheit. Das letzte Stück zu Fuß - und dann stehe ich auf der Brücke und blicke ins schwarz dahin gleitende Neckarwasser. Eigentlich hätte ich ihm den Schlüssel abnehmen müssen. Hoffentlich passiert nichts. Doch dann: Wozu? Heute machen wir das alles nicht mehr, heute sind wir ja groß geworden. Jeder muß auf seine eigene Fresse fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die letzten Meter, dann ins Bett. Eine &lt;a href=&quot;http://mequito.org/stories/444&quot;&gt;Absturzgeschichte&lt;/a&gt; in einem &lt;a href=&quot;http://www.thomsn-verlag.de/das_buch.html&quot;&gt;interessanten Buch&lt;/a&gt;. Die Glotzer sind müde und die Deckel fallen zu. Kein Rausch, nur ein letzter Gedanke...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sollen sie doch. 
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    <pubDate>Thu, 09 Aug 2007 10:06:00 +0200</pubDate>
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    <title>Es kommt von innen</title>
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            <category>Gedanken gehen ihren Gang</category>
    
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    &lt;div style=&quot;position:relative;  margin-bottom:10px; width:auto; height:auto;&quot; &gt;&lt;a href=&quot;http://www.drni.de/niels/weblog/pix/gross.php?bild=blaetter2.jpg&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&lt;img style=&quot;border: solid 1px; vertical-align:text-bottom&quot; src=&quot;http://www.drni.de/niels/weblog/pix/blaetter2.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;strong style=&quot;position: relative; left: -20px;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.drni.de/niels/weblog/pix/gross.php?bild=blaetter2.jpg&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.drni.de/niels/weblog/lupe.gif&quot; alt=&quot;Zoom&quot; style=&quot;border: 0px;&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;Der Blick hinaus anstatt arbeiten und fleißig sein. Herbstbäume und turbulente Straßen. Der Blick hinaus, abwesend, an nichts haftend, in eine bunte Leere blickt der Geist. Das Auge sieht alles doch das Bewußtsein sieht nichts. Etwas Inneres hat die Kontrolle an sich gerafft. Sinnesorgane sind dabei nicht nötig, ihre Informationen laufen ins Leere. Surreale Gefühle im Magen, da wo nur Sensoren für Schmerz, Leere oder Völle vorhanden sind. Der Blick hinaus, ein Blick hinein in sich. Auf der Innenseite der Lider eine Leinwand, eine stummer Diavortrag, Portraits des gegengeschlechtlichen Wesens. Allesamt Fotografiert mit der Kopfkamera, ein paar sind schön und häßlich, einige erotisch, viele banal, ein paar auch idiotisch. Egal. Der Blick hinaus, die Augen wieder geöffnet, immer noch kein Verstand. Doch es ist Liebe, es kommt von innen. Es schmiert dir keine Butter auf dein Brot, es lädt kein Wissen in deinen Kopf. Doch das ist egal, aller Schmerz ist tot, substituiert durch das andere, das die fade Welt nicht nötig hat. Es räkelt sich das Du auf der Leinwand, Haar fällt ins Gesicht, ein Lächeln. Es kommt von innen. Der Rest ist nichtig.&lt;br /&gt;
 
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    <pubDate>Tue, 28 Nov 2006 19:38:19 +0100</pubDate>
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    <title>Rosa Himmel</title>
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    &lt;img src=&quot;http://www.drni.de/niels/weblog/pix/mehr-himmel.jpg&quot; alt=&quot;&quot; style=&quot; border: solid 1px; float:right; margin-left:15px; margin-bottom:10px;&quot; /&gt;Rosa Himmel. Vögel zwitschern. Die Wolken in allen Schattierungen, rosa, orange, hellblau, ein Eckchen Weiß. Getrieben vom Wind. Bis hin zum Horizont. Die Vögel zwitschern, aber es paßt nicht. Sanftes Rauschen und Brausen ist was ich erwarte von diesen schillernden Giganten. Sie ziehen davon in die Dämmerung. Ohne einen Ton von sich zu geben gehen sie hinaus, weg von der drohenden Nacht, es wird schon kühl, gleich wird es noch dunkler. Und sie gehen dort hin wo die Sonne noch lacht. Ich sitze hier und möchte winken, doch ich erstarre, jetzt wird es kalt. Rosa Himmel weicht, schwarze Nacht. 
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    <pubDate>Sat, 15 Jul 2006 22:31:23 +0200</pubDate>
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    <title>McSicherheit</title>
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    <author>nospam@example.com (DrNI)</author>
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    Ein amerikanisches Schnellrestaurant. Es bietet in allen Wirren und bei allen Fragen die Gewißheit und Sicherheit von etwas Konstantem. Diese Restaurants sind überall auf der Welt gleich: Schlecht, teuer und irgendwie ungemütlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber egal wo man ist, egal welche Jahreszeit, welches Wetter, welche Sprache oder welches Gefühl: Die Titten Amerikas strahlen in hellem Gelb und laden ein zum Verweilen in einer gewohnten Umgebung.&lt;br /&gt;
 
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    <pubDate>Tue, 11 Jul 2006 10:22:12 +0200</pubDate>
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