Sprache, Welt und Chancengleichheit


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Sprachregelungen, die niemanden, insbesondere Frauen und Behinderte, diskriminieren sollen, kommen ja immer mehr in Mode. Man glaubt durch eine Veränderung der Sprache Diskriminierung aus der Welt zu schaffen. Jedoch kann sich das Geschlecht der Gramma...

Kommentare
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»Wörter und Ausdrücke sind Verweise auf existierende Tatsachen oder Objekte in einer realen Welt.«
Bitte nicht!
Wenig bekannt sind die "Richtlinien für einen nicht-sexistischen Sprachgebrauch" einer deutschen Unesco-Kommission:
http://www.unesco.de/fileadmin/medien/Dokumente/Bibliothek/eine_sprache.pdf
Viel Diskussionsstoff.
2202
3
Dass man auf Unterschiede eingeht, anstatt sie zu verleugnen, sollte ja eigentlich selbstverständlich sein.
ke
4
Interessant – so weit ich mich erinnere, ist das das erste Mal, dass ich feministischer Sprachkritik vorwerfen höre, sie stütze sich auf die Sapir-Whorf-Hypothese. Natürlich determiniert die Sprache, die wir sprechen, nicht unser Denken. Ein Sexist, der sich (wohl weil er dazu gezwungen wird) so genannten geschlechtergerechten Sprachgebrauch angewöhnt, wird dadurch nicht zum Nichtsexisten werden. Aber darum geht der feministischen Sprachkritik, die ich kenne, auch gar nicht. Ganz jenseits von Whorf beeinflusst die Sprache, die wir benutzen, unser Denken in einem sehr offensichtlichen Sinne: Wir benutzen sie, um Wissen, Gedanken, Meinungen, Einstellungen anderen mitzuteilen. Und nicht nur der Inhalt, sondern auch die Form (sofern man das überhaupt voneinander trennen kann) transportiert diese. Wenn ich zum Beispiel auf Englisch schreibe "If somebody is idle through no fault of their own, why should they suffer a drop in income?" oder gar "If somebody is idle through no fault of her own, why should she suffer a drop in income?" statt "If somebody is idle through no fault of his own, why should he suffer a drop in income?", dann bringe ich damit zum Ausdruck, dass ich Wert auf die Feststellung lege, dass meine Gedanken nicht nur Männer einbeziehen. Holzschnittartig skizziert, könnte es so weitergehen: Jemand, für den oder die ich ein Vorbild bin, liest das und wird dadurch angeregt, auch bei sich selbst mehr auf die Vermeidung sexistischer Denkmuster zu achten und diese Fackel auch weiterzutragen, indem er oder sie künftig auch ein sprachliches Zeichen für die Sichtbarkeit der Frauen setzt, wie es immer so schön heißt – der Kreis schließt sich. Es geht also nicht darum, einen geschlechtergerechten Sprachgebrauch unreflektiert zu übernehmen, damit wäre nichts gewonnen, es sei denn, es würde sich herausstellen, dass Whorf doch recht hatte. Vielmehr will die feministische Sprachkritik, so wie ich sie kenne und verstehe, dass sich das Denken der Menschen ändert, und sie will Sprache genau so einsetzen, wie es dem Zweck und den Möglichkeiten der Sprache entspricht: Vehikel zu sein, um das Denken von Mensch zu Mensch zu verbreiten.
Die feministische Sprachkritik vergisst, dass Sprache praktisch bleiben muss. Binnen-I und Gender-Gap erfüllen diese Voraussetzungen nicht.
Mir scheint mitunter eher als sollte damit eine elitäre Abgrenzung erreicht werden, das dem eigenen guten Gefühlen dient, als ein wirkliches Ziel.
Was bitte ist am Binnen-I unpraktisch und was meinst du mit „Gender-Gap“?
Ich weiß nicht, wie du das Binnen-I aussprichst, manche Leute expandieren LehrerInnen ja beim Vorlesen zu „Lehrer und Lehrerinnen“, andere zu so etwas wie „Lehrerinnen, also mit großem I“, wieder andere zu „Lehrerinnen“, ich füge für die Aussprache vor dem I (bzw. anstelle des Gender-Gaps) einen Glottisverschlusslaut ein, d.h. ich spreche das „Innen“, als wäre es ein eigenes Wort. Einige dieser Möglichkeiten sind sicher unpraktischer als andere. Du hörst dich aber so an, als gäbe es eine klare Grenze zwischen sprachlichen Konstruktionen, die „praktisch“ sind, und anderen, die „unpraktisch“ sind und als hättest du mit Hilfe einer verlässlichen Methode ermittelt, dass das Binnen-I auf die letztere Seite fällt. Und das ist ja nun nicht der Fall. Somit unterstelle ich, dass dein lakonischer Kommentar einfach nur eine persönliche ästhetische Präferenz ausdrückt. Die akzeptiere ich, aber dass du eine Präferenz mit einem auskennerischen, überheblichen „vergisst“ als Erkenntnis zu verkaufen versuchst, mag ich dir nicht durchgehen lassen.
Wer grenzt sich von wem ab?
Am Binnen-I ist die Aussprache unpraktisch.

Ein Gender-Gap ist zB Lehrer_innen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Gender_Gap_(Linguistik)
"Die Intention ist durch den Zwischenraum einen Hinweis auf diejenigen Menschen zu geben, welche nicht in das ausschließliche Frau/Mann-Schema hineinpassen oder nicht hineinpassen wollen, wie Intersexuelle, Transgender oder Transsexuelle. Da es sich um das gesellschaftliche Geschlecht und die Geschlechterrolle handelt, ist aber in weiterer Folge auch beispielsweise der Butch und die Tunte gemeint."

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