Die Qual der Wahl… nach insgesamt über 300km Reise hin und zurück zu
Station Music wieder zu Hause im Musikzimmer. Also Lakland war's nicht, die Brücke gefällt nicht, der Sound ist super aber irgendwie nicht so
das. G&L, naja, nee irgendwie gar nicht so das, was mich vom Hocker reisst. Musicman? Sowieso zu teuer. Düsenberg halbakustisch gefällt mir nicht. Die nobelste Variante der Prestige-Serie von Ibanez ist nur als Sechssaiter zum Test verfügbar. Die weniger noble Variante gefällt im Ansatz, vor allem mit dem geschraubten Hals, kann dann aber nicht vollends überzeugen: Sehr angenehmes Handling, aber vom Sound her nicht klar genug. Also doch wieder zu wenig Auswahl, das was ich testen will, ist nicht da. Sandberg gefällt nach wie vor, sicher immer ein Teil der näheren Auswahl.
Wenn's nach dem Boss geht, sollte man am besten gar nichts anfassen. Nunja, die Alembic-Abteilung mit den 14k€-Bässen ist extra abgesperrt, aber ich habe ja ein reales Kaufinteresse und nicht etwa im Lotto gewonnen, also will ich da gar nicht erst hin. Maruszczyk gibt es gar nicht. Der Boss tritt sein Misstrauen gegenüber der polnischstämmigen Marke breit. Er bezeichnet Maruszczyk-Bässe als schlechte Geldanlage. Mann wisse ja nie, ob es die Firma nächstes Jahr noch gäbe, und wer kaufe dann schon einen gebrauchten Maruszczyk. Weil seinem Bass-Guru, der heute natürlich abwesend ist, die Delano-Pickups nicht passen, haben die vor Ort befindlichen Sandberg-Bässe alle möglichen Edel-Pickups, Häussel oder sogar Alembic. Das ist zwar eine nette Idee, hilft mir aber nicht weiter, da ich den Geschmack des abwesenden Gurus in dem Punkt nicht teile. Was mir auch nicht so recht weiter hilft, sind Bässe mit reinen Stahlsaiten drauf. Ich würde sowieso als erstes Drähte aus einer Nickel-Legierung aufziehen, wie sie ja die meisten Basser verwenden. Also würde ich das Teil im Laden auch gerne gleich so testen.
Fender, das sei immer eine gute Wahl. Der R. und ich befingern einen klassischen Fender Jazz. Ja, klingt gut, sieht gut aus, ist gut verarbeitet. Hat aber nur einen Sound, und andere Griffbretter sind sympathischer. Man könne doch auch gleich das Original nehmen, meint der Boss. Schon wahr, aber einige Kopien sind eben einfach besser. Zu Hause angekommen fasziniert der
Harley Basstelton wieder mit dieser Klarheit und Präzision, die er seit der neuen Elektronik inne hat.
Es ist mehr faszinierend als erschreckend, dass ein Shop mit um die 600 Bässen im Ausstellungsraum immer noch keine Erleuchtung bringt. Es war einfach kein einziger dabei, der spontan die Ohren zum glühen und die Augen zum Leuchten gebracht hätte. Amüsanterweise gab es so einen Bass im
Soundland. Es war ein Maruszczyk Elwood L 24.