Da sitze ich, über meinem Earl Grey. Dann: Der Postmann klingelt und er entschuldigt sich dafür, dass er sich meinen Namen nicht merken kann. Er müsse so viele Bezirke zusätzlich machen, obwohl das hier sein Stammbezirk sei. So steht er da, mit seiner großen Brille, etwas unförmig in seiner DHL-Kutte und sieht ein bisschen unglücklich aus, so ein bisschen wie ein Kind, dem der Lutscher in den Sandkasten gefallen ist. »Das macht doch nichts«, versichere ich ihm, ungewollt mit einer Stimme als hätte ich eine ganze Packung Lutscher in einer unsichtbaren Tasche bei mir, so als wäre das Unglück gar keines. Ich unterschreibe auf dem Display seiner Maschine (wer kann diese Unterschrift jemals der meinigen zuordnen?) und wünsche ihm einen guten Tag. Er klettert in sein gelbes DHL-Auto und weg ist er. Bis ihm der nächste Lutscher in den Sandkasten fällt. Neulich hab ich ihn mit zahlreichen Paketen in der Uni gesehen, gewiss nicht sein Stammbezirk. Ganz wo anders.
Ich kehre zurück zu meinem Earl Grey und lade das Album
Help! einer britischen Popgruppe in den Player. »We'll make a film about a man who's sad and lonely / and all I got to do is act naturally.«