Me and my Drummer, das sind Charlotte Brandi am Gesang und an den Tasten sowie Matze Pröllochs an dem Drums. Eine nicht ganz gewöhnliche Kombination, die sich am Landestheater Tübingen irgendwie gefunden oder erfunden hat. Und was machen die jetzt so? Ich vermute, das heißt mal wieder Pop. Charlottes eingängigem Gesang und Matzes präsenten Drums wird man sich wohl auch auf dem in zwei Wochen erscheinenden Album
The Hawk, The Beak, The Prey schlecht entziehen könnten, doch davon gibt es bis jetzt nur einen
Teaser. Schon die erste Single der beiden ist ein ziemlicher Renner: Minimalistisch kommt das Stück
You're A Runner mit Gesang, Drums und Orgel aus. Langsam gewinnt es an Intensität, nimmt Fahrt auf, wozu sich die Figuren im Video mit wachsender Begeisterung mit Lebensmitteln bewerfen und Dinge zerstören. Bei all dem bleibt das Stück eine schwebende Hymne. Hört mal rein:
Unterführung einer nie fertig gestellten AutobahnLangsam schraubt sich das Wohnmobil die engen Kurven des steilen Sträßchens hinauf. Dann, nach einer Kurve, taucht im dichten Morgennebel plötzlich eine Autobahn-Unterführung auf. Innen ist sie betoniert, außen mit rotem Sandstein verkleidet. Einsam und allein steht sie hier oben mitten im Wald hoch über dem Sinntal. Wo heute der Hund begraben ist und kein Handy so recht Empfang hat, waren einmal bis zu 4500 Arbeiter damit beschäftigt, die
Strecke 46 aus dem Boden zu stampfen, ein Stück Reichsautobahn von Bad Hersfeld bis Würzburg. Fertig wurde die Autobahn nie und
wo einst Bauleiter Fritz Todt vom »Autowandern« schwärmte, wandert man heute mit festem Schuhwerk zu Fuß – mitten auf der Trasse.
Pils, mit Blume. Er wischte sich den Schaum von der Oberlippe, drehte das Glas mit der Aufschrift zu sich und tat, als vertiefe er sich in das Logo und den Namen der Brauerei. So ist das also, wenn man mit sich selber weggeht. Das Bier schmeckt nicht so gut wie zu zweit. Wenn man zum Rauchen rausgeht, dann ist die Kälte noch kälter, in der man steht, weil man sich für die sieben Minuten Zigarettenlänge ja keine Jacke anziehen möchte. Nicht zu viel Trübsinn blasen, so platzte eine Gedankenblase gegen seine Schädeldecke und er blickte auf, wenn auch nur um wo anders hinzublicken, und weiter auf und in der nahen Ferne verfing sich sein Blick in einem Regal voller Spirituosen, deren Namen ihm nicht alle bekannt waren. Neue Logos und Namen gab es dort zu studieren. Wer war wohl auf die irrige Idee gekommen, einen Likör schlicht 43 zu nennen? Und wie mochte dieses Gesöff eigentlich schmecken? Und wie sahen die Leute aus, die 43 bestellten? Dann ein Profil, genau zwischen Lagavulin und Tullamore Dew. Wohlsortierte Frisur, der aktuellen Mode gemäß, Makeup zumindest in diesem schummerigen Licht dezent, Lippenstift sehr rot, Wimpern vermutlich gepimpt.