Ich habe ja ein gewisses Faible für Dialekte. Als Schwabe gilt meine Leidenschaft natürlich in gewisser Weise
Grachmusikoff und dem Vorgänger
Schwoißfuaß. Aber es gibt ja auch noch andere Sprachen auf dem Planeten. Dazu gehört der bergische Dialekt, den
Somkin' Joe Kowalski aus Wuppertal auf seinem neuen Album
Blues auf Bergisch zum Besten gibt.
Den Gesang von Smokin' Joe Kowalski' muß man mögen. Entweder man mag ihn oder nicht. Ein Stück weit klingt er besoffen aber erträglicher als Tom Waits. Die halbakustische Besetzung mit elektrischen und akustischen Gitarren, Harps, Cajon, Percussion und Kontrabass klingt rund und stimmig. Der Groove passt, die Texte beißen. Kowalski singt was er meint und meint was er singt. Der macht das nicht nur damit gesungen ist. Und das ist schließlich der Blues.
»Man nennt mich Smokin' Joe Kowalski«, eröffnet die CD. Dann macht der »Lee Hooker vonner Wupper« weiter, singt den Blues auf Bergisch, singt vom traurigen Dasein als Pausenclown und hat keinen Bock mehr auf die Frau, die ihren Psychoseelenmüll bei ihm ablädt. Er macht die Biene, die Fliege, die Düse um den Aldi-Slalom zu fahren. Und dann folgen noch viele andere Manöver. Aber am besten
hört man mal selbst rein.
Es ist zunächst ungewohnt, den Blues auf Bergisch zu hören, selbst wenn man schon den Schwabenblues kennt. Aber Rainer Humpert an der E-Gitarre und Jürgen 'Bruno' Frenzel an den Harps machen einem mit ihrem bluesigen Spiel die Stilrichtung unweigerlich klar. Susanne Heinemann an Cajon und Percussion fällt durch unauffällige aber unverzichtbare Unterstützung des Rhythmus auf, der von Joachim Heinemann am Kontrabass zum angenehmen Groove befördert wird.
Und wer wie ich schon bei einem Konzert von Kowalski war, der weiß was geht. Da wird selbst der Papst katholisch und auch die letzte Oma rockt. Und wieder muß man ihn mögen.