Vitamin C macht krank. Das zumindest wollen Tübinger Forscher laut einer neuen Studie herausgefunden haben. Schon in der Vergangenheit war die positive Wirkung von Vitamin C auf das Immunsystem in Fachkreisen eher umstritten. Bei einem Erkältungsanflug viel Zitrusfrüchte zu essen oder gar Präparate mit Vitamin-C einzunehmen ist demnach kein Garant für Gesundheit. Die aktuelle Studie der Forscher konzentriert sich jedoch auf die seelische Gesundheit ihrer Probanden.
Übeltäter Orange? Tübinger Forscher warnen vor den Nebenwirkungen.
»Man kann sich das wie ein Moralzentrum im Gehirn vorstellen,« erklärt Prof. Dr. Kalil Laimun vom Richard-Maurice-Institut für Ernährungspsychologie im Interview mit Gsallbhadr Zwei. »Eine vermehrte Aktivität in diesen Gehirnarealen ist feststellbar, wenn wir bewerten müssen, ob ein Sachverhalt moralisch gut oder schlecht ist. Wir haben außerdem erste Hinweise, dass auch bei den berühmten sogenannten Bauchentscheidungen auf diese Areale zurückgegriffen wird.«
Das Problem sei nun, so die Folgerung der Studie, dass eine zu hohe Aufnahme von Vitamin C zur Bildung sogenannter freier Radikale führen könne. Freie Radikale stehen schon seit längerem im Verdacht, eben dieses ›Moralzentrum‹ im Gehirn zu attackieren. Daraus, so die Forscher weiter, entstünden für die betroffenen Patienten oft deutlich bemerkbare soziale Probleme. Es fällt ihnen offenbar mit zunehmender Vitamin-C-Aufnahme immer schwerer, sich in bestehende soziale Strukturen zu integrieren. Im Berufsalltag fallen sie mehr und mehr durch ein unkollegiales Verhalten auf, auch die Wahrscheinlichkeit einer Scheidung nimmt mit zunehmendem Konsum zu.
»Eine erste Auswertung der Daten unserer laufenden Langzeitstudie hat ergeben, dass die Betroffenen vor allem in den Wintermonaten auffällig werden,« so Professor Laimun. Ob das an einem in Deutschland im Winter erhöhten Verzehr von Orangen aus Spanien liege, das könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht mit Sicherheit behauptet werden.